Zum Inhalt springen

Der dreidimensionale Erfahrungsraum

aus AufEinWort, der freien Forschung

Über diese Seite Werk

In ähnlicher Weise gilt dies für Wissen. Man kann Wissen als Vorstufe der Gewißheit und Weisheit nicht über die bloße Aufnahme von Informationen oder Kenntnissen erlangen.

  1. Der Wissende kann sein Wissen an den Nicht-Wissenden nicht durch Kommunikation allein vermitteln. Insofern wird der Leser meines Wissens durch das Lesen an sich nicht zu Wissen gelangen, sondern nur dann, wenn er durch das Lesen zur eigenen Erkenntnis, unmittelbarer Erfahrung durch Vorstellung oder während und im Nachgang durch erleben und einhergehender Bestätigung als waar zu eigenem Wissen gelangt.

Die eigene Erfahrung, das Erleben und Erkennen bedingt einen dreidimensionalen Erfahrungsraum und die Zeitspanne der Erfahrung, sowie die Warnehmung des Dasein und Geschehens.

  1. Im direkten Erleben einer Erfahrung bildet die Realität, die Natur, die jeweilige Umgebung den Erfahrungsraum und die Erfahrung erfolg maßgebend über die körperlichen Sinne.
  2. Mit direktem Erleben ist hier ein Warnehmen ohne Denken, auf sehr hohem Gemüt gemeint, da Denken und Emotionen potentiell das Bewußtsein und die Warnehmung in deren Güte beeinflussen, sie in der Intensität selektiv für jeden Sinn vielfältig verändern können.
  3. Erfahrung ist also immer ein emotionales, sinnliches Raumerlebnis über eine Zeitdauer hinweg, mit der auch Denken mehr oder weniger stark einhergeht.

Ein Raumerlebnis enthält das Geschehen, den Bewußtseinszustand  , das Gemüt, die Warnehmungen, Gefühle, Empfindungen etc. allesamt in räumlicher Form und Bewegungen, einschließlich der Gedanken, Erkenntnisse als Abbild des gesamten Daseins.

  1. Aus ihm formt sich die Erinnerung, wobei erinnern nichts anderes ist, als das erneute Anregen des Raumerlebnis im Gedächtnis, dem UnterBewußtsein bis es einem erneut Bewußt wird.
  2. Je nach Intensität der Anregung erscheint die Erinnerung entsprechend erneut räumlich im Vorstellungsraum des Individuum, wobei es dem aktuellen Daseinzustand des Individuum entsprechend wiedergegeben wird.

Dieser Vorstellungsraum, auch nach Emanuel Kant der Anschauungsraum genannt, ist ein weiterer räumlicher Erfahrungsraum über dem die Erinnerungen sich ebenfalls in ihrem angeregten Anteil an Emotion, Gefühl, Empfindungen auf den Körper auswirkt und erneut wahrgenommen wird.

  1. Rudimentär Vergleichbar ist dies mit dem Zustand durch eine Linse ein Umfeld zu sehen, während es man filmt, und dem erneuten anschauen des Film bei der Wiedergabe der Aufnahme, wobei sich dies in diesem Beispiel nur auf Bild und Ton begrenzt und nicht wirklich räumlich erfolgt. Es entsteht lediglich die Illusion von Räumlichkeit bei einem Film oder Video.
  2. Das Individuum projiziert seine Erinnerung in den Vorstellungsraum und schaut sich dies zugleich an. Je höher das Bewußtseinvermögen, umso einfacher gelingt ihm dies, umso detailgetreuer ist dies und kann Erfahrungsräume auch übereinander legen, Somit z.B. einen Stuhl aus der Erinnerung oder Vorstellung in dem Erfahrungsraum der Realität zu einem darin vorhandenen Tisch hineinprojizieren und das Ergebnis sehen.

Der Erfahrungsraum der Vorstellungen ist als Anschauungsraum oder Vorstellungsraum dem Erfahrungsraum der Realität an sich gleichrangig. Jede Erfahrung kann in gleicher Quantität, Intensität jeder Sinne und Qualität in jedem der Erfahrungsräume erlebt werden, wie es meist denjenigen sofort einleuchtend sein wird, die sehr real träumen.

  1. Die Quantität, Intensität jeder Sinne und Qualität im Erfahrungsraum der Realität ist sehr individuell und hängt vom jeweiligen körperlichen, mentalen und geistigen Zustand ab und ebenso individuell ist die jeweilige Erfahrung.
  2. Dies trifft in gleicher Weise für Quantität, Intensität jeder Sinne und Qualität im Vorstellungsraum zu, ist jedoch noch stärker vom jeweiligen körperlichen, mentalen und geistigen Zustand abhängig.
  3. Sie sind meist niedriger, können jedoch auch höher liegen. Z.B. könnte jemand blind sein, und dennoch sich etwas sehr realistisch vorstellen können, es im Anschauungsraum tatsächlich sehen. Dies fällt einem Blinden umso leichter, je später er im Leben erblindete. Es ist jedoch auch von Geburt an Blinden möglich sich etwas vorstellen und sehen zu können, obwohl sie im Leben noch nie etwas in der Realität gesehen haben.

Das durch das Geschehen erlebte Raumerlebnis in dem Erfahrungsraum der Realität oder im Vorstellungsraum wird über Denken oder spontan intuitiv die Erkenntnis (Weisheit) bewirkt ausformuliert.

  1. Erkenntnis und Weisheit sind oft identisch, müßen es jedoch nicht, da Erkenntnisse als Weisheit auch oft erst später als solche ausformuliert werden.

Die Weisheit wird zum Schlüßel des Zugangs zu den Erinnerungen zu diesen Raumerfahrungen für denjenigen, der zu dieser Weisheit gelangt ist und kann sie jeder Zeit im Vorstellungsraum projizieren und so wiedererleben und erneut durchdenken.

  1. Ein Autor schreibt ein Buch in dem die Weisheit genannt wird und beschreibt das Erlebnis, erklärt Zusammenhänge, so wie Ich es gerade tue. Das so entstandene Buch kann nur ein reduktionistisches Werk als Abbild der räumlichen Erfahrung sein, wobei diese in Worte als Schrift linear zweidimensional gefaßt ist.
  2. Die Ursprüngliche Erfahrung erfährt somit mehrere Wandlungen und Reduzierungen, bis sie der Leser zu lesen erhält.
  3. Der Leser solch eines Buches muß  nun die Rückwandlung des Abbild als Schrift in seinem Vorstellungsraum während dem Lesen zu einem räumlichen Erlebnis wandeln, daß er selbst nun erneut warnehmen kann.
  4. Der Leser ist jedoch nicht der Autor und hat einen ganz eigenen Erfahrungsschatz und die vom Autor verwendeten Worte lösen im Leser die Erinnerungen und Vorstellungen entsprechend dessen Erinnerungsvermögen, Vorstellungsvermögen und Daseinzustand aus.
  5. Ein Legastheniker kann nicht einmal die Schrift in Worte wandeln und je nach Daseinzustand eines Individuums reicht die Spanne von keinem räumlichen Vorstellungsvermögen bis hin zur Übersteigerung in Phantasie.
  6. Wenn der Autor z.B. über den Geschmack und die Zubereitung von Apfelsaft schreibt, der Leser jedoch nie Apfelsaft getrunken hat und Äpfel als Frucht nicht kennt, wird es in ihm auch nicht die passenden Empfindungen auslösen und wenn auch nur diejenigen, die er selbst als Erfahrung gemacht hat und die er sich als solche vorstellen kann. Somit kann ein Leser durch das Lesen eines Buches, die Erkenntnis und Weisheit eines Autors meist nicht die eigene Erfahrung und eigene Erkenntnis ersetzen.
  7. Auf eine Weise zu lehren ohne den Schülern den Freiraum zu geben entsprechend seiner eigenen Lerngeschwindigkeit zu Erkenntnissen zu gelangen, den individuellen Bewußtseinszustand  es und das Bewußtseinvermögen dabei einzubeziehen, macht den abgestuften Unterscheid zwischen den Note 1 bis 6 aus.
  8. Würde man die Individualität der Schüler beachten und deren jeweiligen Mängel gezielt beheben, würden wohl alle Schüler mit der Note 1-2 bestehen.

Ein Raumerlebnis ist in seinem Datenumfang so enorm umfangreich das selbst ein kleiner Biß in einen Apfel zu beschreiben ein ganzes Buch zu schreiben benötigen könnte. Es ist daher die Eigenerfahrung und Eigenerkenntnis jeder Schrift überlegen und an sich vorzuziehen.

  1. Man könnte ein ganzes Leben lang Theologie oder Philosophie studieren und am Ende nie etwas wirklich verstanden haben, da einem ein Buch kein Verstehen vermitteln kann, wenn man im Vorstellungsvermögen, im Wandeln der Schrift, im verstehen und verwenden der Worte und Begriffe eingeschränkt ist. Zudem unterliegen diese einem Bedeutungswandel und die Wortwahl und Bedeutungen wie auch Definitionen die vom Autor verwendet wurden entsprechen oft nicht mehr dem, wie sie der Leser verwendet.

Leser nehmen Kommunikation entsprechend ihrem Daseinzustandes auf, es regt in ihnen an, was angeregt werden kann und es wird ihnen daher nur Bewußt und verständlich was ihrem Vermögen und Bewußtseinszustand   entspricht. Daher reagieren die Leser oder Leute auf Weisheiten, Kenntnisse, Wissen anderer, Informationen so vielfältig.