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Nachtrag zu gut-böse-Denkweise

aus AufEinWort, der freien Forschung

Über diese Seite Werk

Wer die Wirkweise der gut-böse-Denkweise versteht, die dem Menschen auf natürliche Weise nicht zu eigen ist, sondern von klein auf erlernt wird, wird auch verstehen, dass weder das Gute das Böse, noch das Böse das Gute jeweils besiegen kann und dass die Menschheitsgeschichte insgesamt aus einem Wandel im kleinen bis hin zum Ganzen und Großen vom einen zum anderen bestand, besteht und bestehen wird, solange die gut-böse-Denkweise von Religionen, Philosophie, Politik und Wissenschaft ausgehend beständig auf die Völker einwirken und auf sie zurückwirken.

Es bringt sich letztendlich der, die oder das Böse wie auch Gute jeweils selbst zu Fall, oder wird zu Fall gebracht, in dem man nach innen und oder außen hin den jeweiligen Gegensatz im Dasein mit erwirkt. Man erschafft mit dem Einen bedingt zugleich das Andere in einem selbst und oder anderen - wie soll man etwas besiegen können, an dessen Erschaffen man selbst beteiligt ist?

Der Begriff Teufel bedeutet an sich so viel wie „das, was in der Tiefe ist, aus der Tiefe nach oben kommt“ und es gibt immer so viele Teufel, wie es Menschen auf Erden gibt, da die unmittelbare unendliche Tiefe jeweils das eigene Unbewusstsein ist. Wer sich seines Unbewusstseins bewusst wird, es nicht bekämpft und auch die Angst vor ihm beiseite legt, der wird es in seinen tatsächlichen Dasein und seiner Wirkweise erkennen und es unter seinem Dienst stellen und nutzen können, da in ihm nichts anderes ist, als die Erinnerung an all dem Erlebten, Erdachten, Gefühlten und damit all das Böse, genauso wie all das Gute in ihm ist.

Gut und Böse sind nicht mehr als die von einem selbst getroffenen Einschätzungen, erfahrende Wirkungen über das Dasein und Übereinstimmungen mit dem Dasein und das, was man als böse oder gut seiend von anderen angenommen hat. Gut und Böse haben selbst kein Dasein, sondern gelangen durch unser Denken, Fühlen und Handeln ins Dasein. Dem gegenwärtigen Denken, Fühlen und Erleben entsprechend wird im Unbewusstsein das angeregt, dass dem gegenwärtigen Geschehen entspricht und wirkt auf das Fühlen und Handeln entsprechend unserer voreingestellten Denkweise ein.

Vereinfacht gesagt ist es wie folgt: Das Böse im Dasein wird durch Menschen erst erdacht und dann gemacht. Daher kann man es nur besiegen, wenn man aufhört es zu erdenken. Man kann nur aufhören es zu erdenken, wenn man sein Denken von Furcht, Bekämpfen, Vermeiden und so weiter löst. Mann kann sein Denken nur davon lösen, wenn man nicht mehr hasst. Man kann sich nur vom Hass lösen, wenn man liebt. Man kann nur lieben, wenn man die gut-böse-Denkweise fallen lässt und so befindet man sich in der ewigen Tretmühle, des unsäglichen Leid, bis es einem gelingt diesen Weg ins Unheil zu verlassen.

Heilige Schriften handeln fast ausnahmslos von der gut-böse-Denkweise, ihren Ursprung und dessen Folgen. Zum Beispiel bestand die Erbsünde von Eva nicht darin, den Apfel vom Baum des Wissen zu nehmen und diesen mit ihrem Adam zu teilen. Sie bestand darin begonnen zu haben in Gut und Böse zu denken. Gott vertreibt sie aus dem Garten Eden, in dem zuvor nicht in der gut-böse-Denkweise gedacht wurde, doch bei aller Ehrfurcht eines Gottes gegenüber muss dieser Gott der Bibel sich schon die Frage gefallen lassen, warum er sie nicht darüber aufklärte und es sie wieder gut machen lies, es wieder in Ordnung brachte, wenn er nicht selbst der gut-böse-Denkweise verhaftet war? Auf der anderen Seite bezeugt damit der biblische Gott, dass er selbst nicht über die Macht verfügt, dies zu beenden, sondern diese Macht in den Händen jedes Menschen selbst und der Menschheit insgesamt liegt und ihm daher darin ebenbürtig ist. So wird das Hoffen und Warten auf den Erlöser zu einem Warten auf sich selbst.

Tatsächlich kann man jede noch so böse Tat im jeweils aktuellen Leben bereinigen, egal in welchem Leben man sie begangen hat. Tatsächlich sind wir es selbst, die diese vermeintlichen Geschöpfe erst ins Dasein durch unser Denken erschaffen und sie an sich so wie von uns vorgestellt nicht wirklich existieren. Wir erschaffen sie in dieser Form durch unser Denken und erst dann wirken sie über unser Denken gewandelt in unserem Handeln durch uns selbst. Schließlich waren es immer Menschen die andere Menschen erschlugen, wie es auch Menschen waren, die andere Menschen heilten - noch nie wurde ein Gott bei solch einer Tat beobachtet, auch wenn es so geschrieben steht - es heißt schließlich nicht ohne Grund „Im Namen Gottes“. Welch Anmaßung der Gelehrten das Wort Gottes zu verkünden und von Sünde und Schuld zu sprechen, Strafe zu fordern oder damit zu drohen, wo doch die gut-böse-Denkweise durch sie erdacht und ins Dasein gebracht wird.

Der wahre Gott bleibt möglicherweise für uns solange unerkannt, bis wir uns von der gut-böse-Denkweise selbst befreit haben. So sind es gerade die Weltenretter, Gottesfürchtigen, vermeintlich Gelehrten, die das Unheil auf Erden hervorbringen und vorgeben es beenden zu wollen. Übertragen gilt dies überall dort, wo jemand sich hinreißen lässt etwas zu bekämpfen und oder zu vernichten, anstelle etwas zu erschaffen, das Ausgewogenheit herbeiführt. Die gut-böse-Denkweise sehen wir allgegenwärtig in Philosophie, Politik und Wissenschaft, die so der Menschheit ein niederes Dasein bescheren und dann sagen sie „schaut nur, wie schlecht und böse der Mensch ist.“ Sie sind die Nachfolger der Religionen und selbst Religion, da sie diese Denkweise übernommen haben.

Es ist daher entscheidend mit welchem Menschenbild man den Mensch und die Menschheit betrachtet. Ich sehe den Menschen in seiner Natürlichkeit wie er ist und vor allem in seinem wahren menschlichen Vermögen. Der Mensch braucht keinen Erlöser, da ihm bereits alles zu eigen ist was er benötigt, um die Problemstellungen des Daseins zu lösen – der Mensch ist sich selbst der Erlöser. Er mag Hilfe darin benötigen, wie er dies erlangt, jedoch niemand, der ihm einen Weg aufzwingt, den er jeweils nur selbst wählen und gehen kann.


Überlegung, Erwägung