Werk:Osterod Ahnenforschung/Osterrode und Obenrode
Quelle:
Zu Abschnitt 1 "Osterode in Oberhessen" und die "Obenrode vom Westerwald" wurden die beiden Familiennamen bereits untersucht und in Zusammenhang mit Ortsnamen gebracht. Es ergab sich, daß die Namen Osterrode und Obenrode synonym sind.
Ergänzen wird im Folgenden die Verbindung von Mitgliedern des oberhessischen Adelsgeschlecht der Riedesel zu Personen des Namen Oster(r)ode und Obenrode betrachtet.
1309 bezeugt Helmbertus de Osterrode mit anderen eine Riedesel'sche Urkunde mit der diese ihre Güter zu Seigertshausen an das Kloster Spieskappeln verkaufen.[1] Die beiden Orten liegenb östlich von Ziegenhain. Helmbertus wohnte wohl in dem 8km entfernten Asterode ("A" = "O").
In der Urkunde erscheinen Johannes Riedesel und sein Sohn Johannes. Letzterer wird 1319 zusammen mit Heinrich von Obenrode in einem Vertrag des Landgrafen von Hessen mit dem Abt von Fulda als Schiedsrichter bestellt.[2]
Die Riedesel und die Obenrode sind auch verwandtschaftlich verbunden: Johann Riedesel junior gegenet und 1337 als Schwager Heinrichs.[3]
Die beiden Familien kennen sich aber schon 60 bzw. 50 Jahre früher.
1278[4] und 1288[5] sind Henricus senior de Abenrode[6] (Heinrich von Obenrode) und Ortwinus Ritesel (Ortwin Riedesel) gemeinsam zweier Beurkundungen.
Ritter Heinrich von Obenrod (Avenrode) d. A. (genannt 1253-1296) wohnt in Ziegenhein. Eine Urkunde aus dem Jahr 1264 wurde in Ziegenhain "ante domum Henrici militis de Avenrode" erstellt.[7] Er ist Ritter und Burgmann des Grafen von Ziegenhain.
Ein Henrici Avenrod', verum nobilium. aus dem Jahr 1264 ist wohl dieselbe Person, er erscheint als Zeuge.[8]
Sein Sohn – gleichfalls Heinrich, d. j. , ist Ritter zu Rauschenberg und Neustadt bei Marburg. (genannt 1269 – 1296) (Franz, Haina, Index)
Ein weiterer Henricus de Oberode ist plebanus bzw. clericus. Er begegnet uns in Urkunden ausgestellt in Alsfeld 1272, 1277 und 1278.[9]
Heinrich vonb Oberrode – Ehefrau von Riedesel 1280 – 1337; Tochter Guntram von Hatzfeld 1335 (1337), Tochter Johann von Riedesel jun.
Auch wenn uns wie oben nur eine Persomn mit dem "korrekten" Namen Osterode und mehrere Personen des Namen in vereinfachter Schreibweise begegnen, spricht alles dafür, daß die Riedesel'sche Familie immer mit Mitgliedern desselbven Osterod'schen Geschlechts in Verbindung was. Dies vor allem geographisch sehr auf umgrenzten Raum begegnen.
Obenrode und Osterode ist also identisch.
Die vier Brüder von 1265. Der Vater ist Henricus de Abenrode d. A.
| 1265 | Heinrich von Abenrod | Heinrich heißen wohl die meisten Obenrod / Osterod in Hessen – auch mein Großvater in Bischofsheim. | |
| 1265 | Johann | Johann ist auch ein sehr gebräuchlicher Name der Obenrod /Osterrod – bis zu meinem Vater. | |
| 1265 | Wilhelm | Der Wilhelm von 1265 könnte ein früher Vorfahre sein von Wilhelm (Guillaume) Osterod, geb. ca. 1500 in Nastätten, meinem ältesten direkten Vorfahren. | |
| 1265 | Arnold | Leitnamen (Vornamen) wurden im Mittelalter weitergeführt. Für Heinrich und Johann trifft dies allemal zu – bios in die Neuzeit. |
Aus dem hier besprochenen Familienzwei kommen eventuell schon früher zwei Personen des Namens Arnolöd:
_ Arnold von Heiuligenstadt, 1123 genannt, und
– sein Sohn Hugo von Hosterroth, minor Hugo, gleichfalls Mainzer Ministeriale, in Mainzer Urkunde 1143 genannt.
– der zweite Arnold ist Arnold von Spießkappel, Abt, 1170 genannt.
Alle 3 Personen lebten in der Gegend von Ziegenhain.
Zu den zwei ersten Personen:
Der Hugo von Hosterroth ist ein Osterod, sein Vater kommt gleichfaslls aus der Osterod'schen Familie, er ist aber nur unter dem Namen Arnold von Heiligenstadt bekannt.
Ein Argument, daß die beiden Arnold einer Familie angehören könnten, wäre, daß der zweite Arnld den Namen seines Großvaters Arnold trägt. Daß der Enkel nach dem Großvater benannt wird, ist im Mittelalter öfter zu beobachten.
Und noch etwas besonders Interessantes:
der Wilhelm von 1265 könnte sehr wohl ein Vorfahe meines ältesten Bbekannten und direkten Vorfahren Wilhelm Osterod von Nastätten, geboren ca. 1500, sein, wobei aber doch erstaunlich wäre, daß der Leitname über fast 250 Jahre weitergegeben wurde.
- ↑ E.E. Becker. Die Riedesel zu Eisenbach. 2. Bd., Marburg1924, UK Nr. 59.
- ↑ E. E. Becker, Die Riedesel zu Eisenbach, 2. Bd,, Marburg, 1924, UK Nr. 75 sowie O. Grotefend und F. Rosenfeld, Regesten der Landgrafen von Hessen, Marburg, 1929, Nr. 638.
- ↑ Regesten der Grafen von Ziegenhain, Regest Nr. 775
- ↑ L. Baur Hessische Urkunden, 1. Bd., Nachdruck 1979, UK Nr. 224
- ↑ E. G. Franz Kloster Haina, Regesten und Urkunden. Bd. 1. UK Nr. 766
- ↑ Heinr. Ed. Scriba, Regesten des Großherzogthum Hessen, Bd. 2 (Oberhessen), Darmstadt, 1847-1854, Nr. 554. Ritter Heinrich von Abenrod begegnet uns bereits 1265, wir lernen auch Johann, Wilhelm und Arnold kennen. Die vier Brüder verkaufen dem Kloster Altenburg bei Alsfeld ihre Güter zu Huchelheim. Heuchelheim an der Ohm, Wüste bei Amöneburg (Gem?. Reimers?, Ortslexikon, Die gleiche Urkunde wie bei Scriba auch bei E. Wiese, Urkundenbuch Wetzlar, I. 1141–1350, 1911, UK Nr. 124. Auch hier die vier Brüder genannt, 1265.)
- ↑ E. G. Franz, Kloster Haina, UK Nr. 419
- ↑ Hessische Landesgeschichte, 2. Bd., dort UK-Buch Hersfeld, 192.
- ↑ A. Wyss, Hess. Urkundenbuch, auch für 1778 bei L. Baur, Hess. Urkunden.