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Werk:TDPC/32.2

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Cardinalis: Non potest Christus per fidem habitare in aliquo, nisi habeat spiritum veritatis, qui docet omnia. Diffunditur enim spiritus Christi per Christiformem et est spiritus caritatis, qui non est de hoc mundo, nec mundus ipsum capere potest, sed Christiformis qui mundum transiliit. Hic spiritus, qui stultam facit mundi sapientiam, est illius regni, ubi «videtur deus deorum in Sion Ps. 83,8.». Est enim virtus illuminativa nati caeci, qui per fidem visum acquirit. Neque dici potest quomodo hoc fiat. Quis enim dicere posset hoc? Nec qui ex non-vidente factus est videns. Multis enim quaestionibus interrogabatur illuminatus, sed artem qua Christus eum fecit videntem nec sci|vit nec dicere potuit. Sed bene dixit ipsum facere potuisse sibi, quia credidit fieri posse videns ab ipso, et hanc fidem respiciens noluit ipsam irritam esse. Nemo enim umquam in ipso confidens derelictus est. Postquam enim homo est desperatus de se ipso, ita quod se tamquam infirmum et penitus impotentem ad desiderati apprehensionem certus est, convertit se ad amatum suum, indubia fide promissioni Christi inhaerens, et pulsat oratione devotissima, credens non posse derelinqui, si non cessaverit pulsare Christum, qui suis nihil negat. Indubie assequetur quaesitum. Apparebit enim Christus dei verbum et manifestabit se illi et cum patre suo ad ipsum veniet et mansionem faciet, ut videri possit.


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KARD: Nicht kann Christus durch den Glauben in einem wohnen, der nicht den Geist der Wahrheit[1] hat, welcher alles lehrt[2]. Denn der Geist Christi[3] wird im Christusförmigen ausgegossen und ist der Geist der Liebe[4], der nicht von dieser Welt ist[5], und die Welt kann ihn nicht fassen[6], sondern der Christusförmige, der die Welt übersprungen hat[7][8]. Dieser Geist, der die Weisheit der Welt zu Torheit macht[9], gehört in jenes Reich, wo »der Gott der Götter in Zion geschaut wird«[10]. Er ist nämlich die Kraft, die den Blindgeborenen erleuchtet, der durch den Glauben das Sehen erlangt[11]. Und man kann nicht sagen, wie das geschehen mag. Denn wer könnte das sagen? Nicht einmal derjenige, der aus einem Nichtsehenden ein Sehender geworden ist. Mit vielen Fragen nämlich wurde der Sehendgewordene ins Verhör genommen, aber die Kunst, mit der Christus ihn sehend gemacht hatte, wußte er nicht und konnte sie nicht nennen. Doch gut sagte er, Christus habe ihm so tun können, weil er geglaubt habe, daß er von ihm sehend gemacht werden könne. Und diesen Glauben sah Christus an und wollte nicht, daß er vergeblich sei. Denn keiner, der auf ihn vertraut, ist je verlassen worden.[12] Nachdem nämlich der Mensch an sich selbst so verzweifelt ist, daß er sicher ist, gleichsam krank und gänzlich unvermögend zu sein zur Wahrnehmung des Ersehnten[13], kehrt er sich seinem Geliebten zu, in unbezweifeltem Glauben der Verheißung Christi anhangend, und pocht in demütigstem Gebet[14], im Vertrauen darauf, daß er nicht verlassen werden kann, wenn er nur nicht abläßt bei Christus anzuklopfen, der den Seinen nichts abschlägt. Zweifellos wird er das Gesuchte erlangen.[15] Christus, Gottes Wort wird nämlich erscheinen[16] und sich ihm offenbaren[17] und mit seinem Vater zu ihm kommen und Wohnung nehmen[18], so daß er gesehen werden kann[19].

Kardinal: Christus kann nur dann durch den Glauben in irgendeinem wohnen, wenn dieser den Geist der Wahrheit hat, der alles lehrt. Der Geist Christi wird durch den, der christusgestaltig ist, ausgegossen. Er ist ein Geist der Liebe; er ist nicht von dieser Welt und die Welt kann ihn nicht fassen; wohl aber der Christusähnliche, der die Welt verlassen hat. Dieser Geist, der die Weisheit der Welt zur Torheit macht, stammt aus jenem Reich, wo der Gott der Götter in Sion gesehen wird. Er ist die Kraft, die den Blindgeborenen erleuchtet hat, der durch den Glauben das Augenlicht erlangte. Wie solches geschieht, kann nicht gesagt werden. Wer könnte es auch sagen? Nicht einmal der, der aus einem Nicht-Sehenden zu einem Sehenden wurde. Viele Fragen wurden ja dem Erleuchteten gestellt, aber die Kunst, mit der Christus ihn sehend gemacht hatte, wußte er nicht und konnte sie nicht sagen. So sagte er richtig: Christus hätte ihm das tun können, weil er selbst geglaubt hatte, er könne durch ihn sehend werden. Als Christus diesen Glauben sah, wollte er nicht, daß er vergebens sei. Nie ist ja jemand verlassen, der an ihn glaubt. Sobald nämlich der Mensch über sich selbst dergestalt verzweifelt, daß er sich als kraftlos erkennt und völlig unfähig, das Ersehnte zu erlangen, wendet er sich zu seinem Geliebten, hängt ohne zu zweifeln gläubig am Versprechen Christi und bestürmt ihn mit demütigstem Gebet; er glaubt, daß er nicht verlassen werden kann, wenn er nur nicht aufhört, Christus zu bestürmen, der den Seinen nichts verweigert. Denn Christus, das Wort Gottes wird erscheinen und sich ihm offenbaren, mit seinem Vater zu ihm kommen und Wohnung nehmen, so daß er ihn schauen kann.