Werk:TDPC/35.2
▷Cardinalis: Arbitror necessarium quod qui videre deum cupit, ipsum quantum potest desideret. Oportet enim quod posse desiderare ipsius perficiatur, ut sic actu tantum ferveat desiderium quantum desiderare potest. Hoc quidem desiderium est vivus amor, quo deum quaerens ipsum ex toto corde, ex tota anima, hoc est ex omnibus viribus suis, quantum scilicet potest, diligat. Quod quidem desiderium nemo habet nisi qui Christum ut dei filium ita diligit sicut Christus ipsum, in quo utique per fidem Christus habitat, ita ut dicere possit se spiritum Christi habere.
KARD: Ich halte für notwendig, daß, wer Gott zu sehen begehrt, nach ihm so sehr er kann verlange.[1] Sein Verlangenkönnen muß nämlich vollendet werden, so daß die Sehnsucht wirklich so sehr glüht wie sie nur kann. Und eben diese Sehnsucht ist die lebendige Liebe, mit der der Gottsuchende diesen aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, d. h. mit allen seinen Kräften[2], so viel er nur vermag, liebt. Diese Sehnsucht hat jedoch nur der, der Christus als den Sohn Gottes so liebt wie Christus ihn. In ihm wohnt wahrhaftig Christus durch den Glauben, so daß er sagen kann, er habe den Geist Christi.[3]
Kardinal: Ich halte es für notwendig, daß derjenige, welcher Gott zu sehen begehrt, ihn ersehnt, soviel er nur vermag. Das Können seiner Sehnsucht muß vollendet werden, damit er in Wirklichkeit sosehr vor Sehnsucht glüht, wie er nur vermag. Diese Sehnsucht ist die lebendige Liebe, mit welcher derjenige, welcher Gott sucht, ihn aus ganzem Herzen und ganzer Seele, das heißt aus allen seinen Kräften, soviel er nur vermag, liebt. Diese Sehnsucht hat jedoch allein der, welcher Christus als den Sohn Gottes so liebt, wie Christus ihn. In ihm wohnt wahrhaftig Christus durch den Glauben, so daß er sagen kann, er habe den Geist Christi.
- ↑ TDPC/Anm/35,1
- ↑ :TDPC/Anm/35,2
- ↑ TDPC/Anm/35,3