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Werk:TDPC/63.1

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Alia est speculatio circa formam penitus absolutam et stabilem, quae est divina et est ab omni alteritate abstracta, ideo aeterna sine omni motu et variatione. Et hanc formam quaerit anima per se sine phantasmate supra omnem intelligentiam et disci|plinam per supremam sui ipsius acutiem et simplicitatem, quae intellectualitas a quibusdam dicitur. Estque media speculatio circa inabstractas formas tamen stabiles, quae mathematica dicitur. Considerat enim circulum, qui non est a subiecto seu omni materia intelligibili abstractus sed bene a materia corporali et instabili. Non enim considerat circulum ut in pavimento corruptibili sed ut in sua ratione seu diffinitione. Et vocatur speculatio illa mathesis seu disciplina. Traditur enim via disciplinae. Et utitur anima in huius inquisitione intellectu cum imaginatione. De his alias.


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Eine andere ist die Betrachtung über die ganz und gar losgelöste und beständige Form, die göttlich ist und von jeder Andersheit abgehoben, daher ewig, ohne jede Bewegung und Veränderung.[1] Und diese Form sucht die Seele durch sich selbst[2] ohne Vorstellungsbild, über jeder Einsicht und Gelehrsamkeit, durch ihre eigene äußerste Schärfe und Einfachheit[3], die von einigen Geistigkeit[4] genannt wird. Und es gibt noch eine mittlere Betrachtungsweise, die bezogen ist auf zwar nichtabstrakte aber beständige Formen; man nennt sie Mathematik[5]. Sie betrachtet nämlich den Kreis, der zwar nicht vom Untergrund bzw. jeder vorstellbaren Materie[6], wohl aber von der körperlichen und unbeständigen abgehoben ist. Denn sie betrachtet den Kreis nicht, wie er auf dem vergänglichen Boden, sondern wie er in seinem Begriff und seiner Definition ist.[7] Und diese Betrachtungsweise wird Mathesis oder Unterweisung[8] genannt. Denn sie wird auf dem Wege des Unterrichts weitergegeben.[9] Und bei ihrer Untersuchung bedient sich die Seele der Vernunft im Verein mit der Vorstellungskraft[10]; doch darüber an anderer Stelle.

Eine andere ist die Betrachtung der völlig absoluten und beständigen Gestalt; sie ist göttlich und von jeder Andersheit losgelöst, darum auch ewig ohne Bewegung und Veränderung. Diese Gestalt sucht die Seele aus eigenem ohne Vorstellungsbilder jenseits jeder Vernunft und Wissenschaft mit der größten ihr eigenen Schärfe und Einfachheit; manche nennen sie Vernünftigkeit. Es gibt noch eine mittlere Betrachtungsweise, die sich mit zwar nicht losgelösten, aber dennoch beständigen Gestalten beschäftigt; sie wird die Mathematik genannt. Sie betrachtet den Kreis, der zwar nicht vom Untergrund oder jeder vorstellbaren Materie, wohl aber von der körperlichen und unbeständigen Materie losgelöst ist. Sie betrachtet den Kreis nicht, wie er sich auf dem vergänglichen Boden darstellt, sondern wie er in seinem Wesenssinn oder seiner Begriffsbestimmung ist. Diese Betrachtungsweise wird Mathesis oder Wissenschaft genannt. Sie wird auf dem Weg der Wissenschaft überliefert. Bei dieser Untersuchung gebraucht die. Seele die Vernunft im Verein mit der Vorstellungskraft; doch darüber an anderer Stelle.

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