Werk:Wortstellung - Anordnung der Wörter bzw. Satzglīder innerhalb eines Satzes
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Wortstellung
Überarbeitung Liste Werke von Klaus Feldmann
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15. Dezember 2021 n. Chr. erst.
Ausgabe 01
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Die Wortstellung (auch Satzstellung, Topologie, Satzgliedfolge, Wortfolge) ist die Anordnung der Wörter bzw. Satzglieder innerhalb eines Satzes, insbesondere die von Subjekt, Objekt und finiter Verbform (Teil der Satzaussage (des Prädikats). Diese Anordnung wird von den grammatischen Regeln einer Einzelsprache festgelegt, wobei die meisten Sprachen auch Regeln vorsehen, nach denen eine Grundreihenfolge zusätzlich abgewandelt werden kann. Wortstellungsregeln werden meist mit Bezug auf grammatische Funktionen (wie Subjekt, Objekt) formuliert.
SVO-Sprachen (Subjekt-Verb-Objekt) sind vermeintlich diejenigen Sprachen, in denen im Normalfall der Satzbau in der Abfolge Subjekt, Verb und Objekt aufgestellt wird. Die Bezeichnung bezieht sich auf das Muster eines möglichst einfachen Satzes, der als Satzaussage nur ein einzelnes Daseinwort (Verb) enthält (deswegen wird hier „Verb“ erwähnt und nicht „Satzaussage (Prädikat)“)
Dies ist bspw. in Englisch so und auch wenn die Abfolge Subjekt-Verb-Objekt in einfachen Sätzen im Deutsch oft anzutreffen ist, zählt Deutsch nicht zu den SVO-Sprachen, weil andere Satzstellungen, vor allem Adverb-V-S-O, ebenso normale („unmarkierte“) Sätze darstellen. Eine SVO-Sprache liegt erst vor, wenn Abweichungen vom SVO-Schema ganz fehlen oder als eingeschränkte („markierte“) Fälle zu erweisen sind.
Beispielsweise kann in der SVO-Sprache Englisch im Prinzip manchmal das Objekt vor dem Subjekt stehen, dies jedoch nur, falls das Objekt besonders hervorgehoben werden soll:
I omitted this part. (keine Hervorhebungseffekte)
This part I omitted. (Topikalisierung von this part)
Sätze in der zweiten Form (O-S-V) sind also im Englischen nicht nur wesentlich seltener als die SVO-Abfolge, sondern vor allem erfüllen sie ihr gegenüber eine besondere Funktion. Daher ist die SVO-Folge diejenige, die für den Wortstellungstyp des Englischen ausschlaggebend ist.
SVO ist einer der zwei häufigsten Wortstellungstypen überhaupt (neben SOV); in der Stichprobe des World Atlas of Language Structures zeigen 35 % aller Sprachen diesen Typ in Reinform (weitere 3,6 % schwanken zwischen SVO und einem anderen Typ). SVO-Sprachen sind nach dieser Stichprobe besonders häufig und vorherrschender Typ in Europa, dem südlichen Afrika und Südostasien. In den indigenen Sprachen Süd-, Mittel-und Nordasienssowie Nordamerikas ist dieser Typ hingegen ausgesprochen selten.
SOV-Sprachen (Subjekt-Objekt-Verb) sind vermeintlich diejenigen Sprachen, in denen Subjekt, Objekt und Verb in dieser Reihenfolge die Grund-Wortstellung bilden.
Unter Natursprachen ist SOV der häufigste Typ, darunter fallen Türkisch, Japanisch, Koreanisch, Mongolisch, Persisch, Latein, Quechua, Birmanisch und ein Großteil der indischen Sprachen, unabhängig von deren Sprachfamilie.
SOV ist die häufigste Form bei agglutinierenden Sprachen. Im Deutschen tritt SOV in Nebensätzen auf („Als Peter den Apfel aß, …“). Die Deutsche Gebärdensprache hingegen ist durchgängig eine SOV-Sprache.
SOV-Sprachen setzen in den meisten Fällen Adjektive vor das Nomen, benutzen Postpositionen eher als Präpositionen, setzen Relativsätze vor das Substantiv, auf das sie sich beziehen, und setzen Hilfsverben hinter das Vollverb. Einige besitzen auch nachgestellte Partikeln, um Subjekt und Objekt zu markieren, unter anderem Japanisch und Koreanisch.
Latein als flektierende Sprache hat wie viele andere flektierende Sprachen eine sehr flexible Satzstellung, die üblichste ist jedoch SOV. Ein Beispiel ist der Satz „servus puellam amat“, wortwörtlich übersetzt „Der Sklave das Mädchen er liebt“ und in die deutsche Satzstruktur übertragen „Der Sklave liebt das Mädchen“. In diesem Satz ist servus das Subjekt, puellam das Objekt und amat das Verb.
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