Zwischenmenschliche Beziehungen
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Wundersame Kommunikation
Beziehung, Verhältnis oder Partnerschaft
Ureigenwerk Liste Werke von Klaus Feldmann
Schriftstück
16. Februar 2021 n. Chr. erst.
Ausgabe 01
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Leserschaft: Niemand
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ungeprüft
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(1) Der Begriff Beziehung
(1.1) "Ich bin Single und suche eine Beziehung", "Freu, freu, ich habe eine Beziehung", "Ich bin in einer Beziehung", "Wir haben uns wieder getrennt" und so weiter sind Sätze die wir vielerorts denken, lesen oder hören und schaut man sich Beziehungen an, so erscheint es mir, daß das Unverständnis über den Begriff Beziehung erheblich dazu beiträgt, daß viele Beziehungen von Anbeginn zum Scheitern verurteilt sind, da Worte vor allem mit ihrer Urbedeutung auf das Dasein und eigene Verhalten einzuwirken scheinen und daher sollte man die Bedeutung und Wirkweise des Begriff Beziehung besonders gut kennen, wie auch jeder Begriff grundlegendes Wissen in sich birgt, wie man das, was der Begriff zum Ausdruck bringt auch nutzbar und förderlich zur Anwendung bringt – schließlich geht es um das eigene Schicksal und Glück im Leben.
(1.2) Der Begriff Beziehung wird an sich sehr oft mißverstanden und schauen wir uns daher zuerst eine der Anwendung von 'beziehen' an.
(1.1.1) Wenn ich ein Bett beziehe, dann nehme ich ein Laken und lege es auf die Matratze, verstaue den Überhang des Lakens unter die Matratze, so daß man sie nicht mehr sieht und ein für einen selbst undoder anderen eine einheitliche Erscheinung annimmt. Zum anderen tut man dies, um die Matratze sauber zu halten und das Laken wird regelmäßig abgezogen, gereinigt und erneut bezogen. Darüber hinaus bietet das Laken der Matratze Schutz vor Verschleiß. So nennt man ein Laken auch Bezug, Bettbezug, wobei damit auch Laken für Kissen und Decke einbezogen werden. Man tut dies um die Matratze für einen nach seinen Vorstellungen nutzbar zu machen.
(1.1.2) Die Matratze ist untätig, sie wird bezogen, sie bekommt etwas, daß ihr nicht zu eigen ist. In beziehen, be-zieh-en, steht das be- für „um, herum, ringsum“, manchmal auch für "bei" mit der räumlichen Bedeutung „um ein Dasein herum, auf ein Dasein zu, zu einem Dasein hin, beide Seiten einnehmend“, so daß es ein Dasein gibt, daß in Richtung eines anderen Dasein ursächlich etwas bewirkt, an jemand oder etwas durch Hinzufügen einen Wandel oder eine Veränderung erwirkt, sich etwas oder jemand für sich nutzbar macht.
(1.1.3) Die ursprüngliche Wortbedeutung der Vorsilbe be- ist also auf etwas oder jemand umfassend, umschließend Einfluß zu nehmen, auszuüben, in Besitz nehmen, verändernd oder wandelnd einwirken. Aus be - und ziehen ergibt sich die Bedeutung etwas aufgrund von Anspruch, Recht, Gebrauch, Bestellung zu erhalten, einnehmen, zugeteilt bekommen, in Besitz nehmen; etwas miteinander verbinden, zusammenfügen, über etwas ziehen, so daß es verdeckt ist, seine Erscheinung verändert; etwas räumlich einnehmen um es zu leiten oder zu führen, über das Dasein von etwas zu bestimmen (zum Beispiel Amt, Stellung, Wohnung ...);
(1.1.4) Beobachtet man Beziehungen, so sieht man diese Urbedeutungen des Wortbegriff tatsächlich meist am Werk, in dem jemand ursächlich in Bezug auf jemand wird, um eine Wirkung auszuüben, die den anderen für einen selbst nutzbar macht, ihn so wandelt und verändert, daß er die an ihn gestellten Ansprüche und Erwartungen für einen erfüllt. Auch die erweiterte Bedeutung, den andern anzuleiten oder zu führen, ihn eine bestimmte Richtung hin zu bewegen ist häufig beobachtbar. Oft kommt es zu Streit und der Schritt von einer Beziehung zur Erziehung ist sehr klein und so kommen sich manche alsbald vor, daß sie unablässig erzogen werden, damit der andere beziehen kann.
(1.2) In einer Beziehung entsteht sehr leicht ein Verhältnis einer den anderen als seinen Besitz ansieht, man hat eine Frau, hat einen Mann, hat Kinder und so weiter wodurch man den jeweils anderen leicht zu einem Ding, einem Haben, ein Eigentum wandelt und diesen auch so behandelt. Diese Umstände sind den meisten nicht bewußt und dies nun kennend, bietet es sich an, sich seine vergangenen oder bestehende Beziehung anzuschauen und sie auch diese Umstände hin zu einzuschätzen.
(2) Sicht auf Beziehung
(2.1) Verstanden wird unter Beziehung oft fälschlich, daß man es selbst sei, der vom anderen etwas bezieht, also selbst tätig sei, etwas zu beziehen und so kommt es, daß manche am anderen ziehen, dann zerren um zu bekommen, woran es ihnen mangelt, wonach sie verlangen oder in Hoffnung wartend verharren und so weiter.
(2.1.2) Bezüge zu erhalten, verdeutlicht, daß einem eine Zuteilung zugewiesen wird und diese von anderen erhält, die diese wiederum woanders abziehen müssen, um sie geben zu können. Das Gegebene ist die Gabe. Bei einer Beziehung, Be-zieh-ung, steht das -ung für einen fortbestehenden Zustand, Fortbestehen von Tätigkeit, Eigenschaft undoder Dasein, daß also Beziehen wiederholend oder anhaltend erfolgt.
(2.2) Menschliche Beziehung im Sinne von Partnerschaften oder Liebschaften beruhen damit auf Gaben, das, was man dem anderen gibt und er sich daher nicht eigenständig nehmen muß, sondern lediglich annehmen muß, da es ihm angeboten wird. Sie beruhen darauf, daß man dem anderen das zuteilt und gibt, daß ihn in seinem Daseinzustand erhält, ihn bessert oder ihm ermöglicht einen guten Daseinzustand zu erreichen.
(2.1.2) Eine Beziehung kann nicht absolut einseitig sein und jede Ursache, die man in Bezug auf jemand ausübt, um eine Wirkung zu erhalten, wird eine Rückwirkung auf einen selbst haben, doch werden die Beziehungen einseitig und zur Belastung, wenn die gewünschte Wirkung nicht erwirkt wird, die Rückwirkung nachteilig ist und an sich, wenn sie vom anderen nicht von sich aus erfolgen, sie immer wieder eingefordert werden müssen.
(3) Einschätzung und Denkweise
(3.1) Nun betrachten wir den anderen und schätzen dessen Daseinzustand ein und da wir in der gut-böse-Denkweise festhängen und daher überwiegend darauf aus sind, nachteilige Umstände zu beheben, die wir jeweils mehr oder weniger stark als das Böse, Schlechte, falsch, mangelhaft seiend bestimmen, wählen wir für den anderen aus, was er zu bekommen, zu tun, zu sein, haben soll oder werden sollte, wie auch im Sein, Tun, Haben oder Werden zu unterlassen habe.
(3.1.1) Mit dem was wir für den andern bestimmt haben, suchen wir dann oft nach Möglichkeiten, Vorgehensweisen und Mitteln, um den anderen unserer eigenen Einschätzung nach mit dem zu beziehen, so daß er zu dem wird, daß unseren eigenen Vorstellungen entspricht und so wird der andere zu einem Ding und untätig darin es von sich aus zu nehmen, danach zu streben. Er neigt dazu, untätig dahingehend zu werden, Schwierigkeiten zu haben, es zu erreichen, es aufrecht zu erhalten, gar noch zu verbessern.
(3.1.1) So ist es nicht selten, daß bald versteckter bis offenerZwang eingesetzt wird, daß Streit aufkommt und man kann bei fast allem, bei dem jemand von sich ausgehend nicht nach einem Daseinzustand strebt, es sich um einen aufgezwungenen Daseinzustand handelt. Ein aufgezwungener Daseinzustand besteht oft auch schon bevor man eine Beziehung eingeht, stammt aus früheren Beziehungen, aus Lebensverlauf, Lebensumständen und wird oft erst festgestellt oder wirkt sich erst aus, tritt erst in Erscheinung oder wird einem bewußt, wenn man die Beziehung bereits eingegangen ist.
(3.2) Der Mensch selbst, strebt meist für ihn selbst unbewußt entsprechend seiner ihm daher ebenso unbewußten Motive, wie auch davon abgeleitete Ziele als Daseinzustände für sich selbst und andere zu erreichen, zu erhalten und zu verbessern, wobei diese in der gesamten Weite von möglicher gut-böse, gut-schlechter Daseinzustände ein bestimmtes Dasein angestrebt wird, es also vom Motiv oder Vorstellungen her nicht bedingt auf das Wohlergehen des anderen hin ausgerichtet ist.
(3.2.1) Ob es in die eine oder andere Richtung geht, wird maßgebend durch das Bewußtsein, die Gesinnung, das Gemüt oder die Emotion, sowie den bestehenden Möglichkeiten bestimmt. Je niedriger diese sind, umso weniger sind dem Menschen seine eigenen Motive bewußt und so können Ziele als gut erscheinen, jedoch aufgrund der genannten im Zustand niedrigen Verfertiger durchaus nachteilig für sich selbst undoder andere ausgerichtet sein.
(3.2.2) Trotz guter Absichten kann das, was jemand für den anderen als förderlich und Richtig erscheint genau den entgegengesetzten Effekt haben, wie zum Beispiel eine Mund-Nasen-Schutzbedeckung in Form einer Maske der Gesundheit des anderen nicht zuträglich ist, sie nicht vor Viren schützt und kurzfristig bis mittelfristig bei längerem Gebrauch zu Pilzbildung in den Atemwegen und zum Tod desjenigen führen kann, den man vermeintlich zu schützen sucht.
(3.3) Je tiefer jemand im Daseinzustand ist, um so mehr strebt er danach selbst unverändert zu bleiben und zugleich danach andere so zu verändern, daß es ihm selbst besser geht, wenn er zugleich dazu neigt, es zu erzwingen, von sich ausgeht und den anderen versucht mit dem zu beziehen, was er für den anderen bestimmt hat, ohne ihn einzubeziehen, das zu finden, was vom anderen ausgehend gewünscht und gebraucht wird.
(3.4) Wir sind für gewöhnlich im Denken auf das Beheben von Mängeln im Streben nach Wohlergehen, Vergnügen, Glück ausgerichtet und daß, was einem diese Empfindungen bereitet, ist nicht bedingt für einem selbst oder anderen gut, da das, was man für sich, andere und die Natur bestimmt maßgebend vom jeweiligen Bewußtsein, der Gesinnung, Gemüt undoder Emotion meistens unbewußt vorbestimmt wird.
(4) Beziehungen eingehen
(4.1) Wenn Menschen Beziehungen eingehen, so tun sie dies, weil sie den anderen für etwas bewundern, etwas im anderen sehen, woran es einem selbst oft mangelt, wobei einem auch dieser Mangel als Mangel meist nicht bewußt ist. Oft geht man Beziehungen ein, weil man bestimmte Vorstellungen, Hoffnungen und Erwartungen hegt und davon ausgeht, daß der andere diesen entspricht und diese erfüllen kann, könnte, oder wird, manchmal auch, daß man den anderen dahingehend beeinflussen wird, daß er es tut.
(4.1.2) Man geht so mit bereits mit Berechnungen Beziehungen ein, verwechselt dann möglicherweise sein Hochgefühl der erwarteten Erfüllung eigener Motive und Ziele mit Liebe oder Verliebtheit und manche sehen es geradeso, wie ein Geschäft. Als Coach kommt es öfter vor als man denkt, daß Menschen nur nach Beziehungen streben und sie eingehen, weil sie nicht allein sein können, oder weil sie eine ganz bestimmte Absicht haben und Liebe an sich nicht besteht und Liebe ist für eine Beziehung eine Grundvoraussetzung, kann jedoch auch im Verlauf einer guten und wirklichen Beziehung im Sinne einer Partnerschaft entstehen.
(4.2) Eine auf Ansprüche und Besitz aufbauende Beziehung ist besonders dann der Fall, wenn man sich seiner eigenen Motive nicht bewußt ist undoder, wenn man seine Vorstellungen, Hoffnungen und Erwartungen mit dem anderen nicht klärt, Übereinstimmung nicht besteht, diese vortäuscht, um den anderen zu gefallen, andere Absichten verheimlicht und vielfältig weitere Ausgestalten menschlichen Verhaltens entsprechend dem jeweiligen Daseinzustand.
(4.2.1) In meinem Leben habe ich kaum eine Beziehung erlebt, bei der die zuvor beschriebenen Zustände nicht mehr oder weniger stark für beide und auch gegenüber Kindern der Fall gewesen ist und so ist ein beständiges Treiben in Beziehungen und Familien beobachtbar, bei denen jeder versucht den jeweils anderen für sich bequem und gefolgsam zu machen und selten kommt es vor, daß jemand wirklich und dauerhaft darin bestrebt ist, sich selbst in einen guten Daseinzustand zu bringen, gute Daseinzustände zu erhalten und nach Möglichkeit zu verbessern.
(4.2.2) Dabei ist zu beachten, daß derjenige dazu neigt, der sich in einem besseren Daseinzustand als der ein anderer befindet, den anderen in dessen Daseinzustand anzuheben, während der andere für ihn oft unbewußt dazu neigt, den anderen auf seine niedrigere Ebene hinunterzuziehen. Somit ist an sich jeder Mensch darin bestrebt andere auf die Ebene zu ziehen, zu bringen und zu erhalten, die er für sich selbst erreicht hat, oder zu erreichen sucht.
(4.3) Man kann daher nicht allgemein einfach davon ausgehen, daß das, was ein anderer für einen selbst beabsichtigt nur ihm dienlich sei oder wirklich für einen selbst oder die Beziehung gut sei. Den anderen mit dem zu beziehen, was man von sich aus erdacht hat, ohne ihn einzubeziehen, wird zu einem zwanghaften Überstülpen für den anderen, wenn es nicht vom ihm ausgeht, es nicht aufgrund von Selbstbewußtsein, sich selbst bewußt sein, Übereinstimmung, freiem Willen und Selbstbestimmung erfolgt und wird daher bei nächster Gelegenheit oder Möglichkeit wieder Vergessen, fallen gelassen, abgeworfen, abgeschüttelt.
(4.4) Im Motiv stehend, eine Beziehung haben zu wollen, neigt man dazu sich für den anderen in einer Weise attraktiv zu machen, sich so um den anderen zu bewerben, daß der andere die Beziehung mit einem einwilligend eingeht. Wenn es beide tun, so verstellen sich zugleich auch beide und so gehen sie eine Beziehung ein, in der beide nicht das sind, was sie eigentlich sind und so finden sie sich nach einiger Zeit in einer Beziehung wieder, die sie ans sich beide nicht haben wollten. Und im Verlauf beginnt dann früher oder später Kritik die sich zu Streit und Überstülpen der Erwartungen an den anderen ausweitet.
(4.4.1) Lebensstil, Lebensverlauf und Lebensumstände wirken sich stark auf den jeweiligen Daseinzustand aus und so kann sich der eine oder andere wie auch beide sich im jeweils eigenen Daseinzustand verbessern oder verschlechtern und so sich der Umstand einstellen, daß eine Beziehung auf Abstand zueinander gelangt, man immer mehr auseinander geht, sich auseinanderlebt, sich entfremdet.
(4.4.2) Wenn man Beziehungen beobachtet, so gibt es vielfältige Erscheinungen, die ich hier nicht alle beschreiben werde, in der zum Beispiel der eine sein Wohlergehen auf Kosten anderer oder durch andere verwirklicht sehen will, jedoch selbst kaum dahingehend für sich tätig ist, manche, die andere unten halten, damit sie sich gut fühlen oder darstellen können, wiederum welche, die scheinbar alles für andere tun und dabei sich selbst schaden und so weiter.
(5) Beziehungsfähigkeit
(5.1) Wenn wir den Begriff Beziehung seiner eigentlichen Wortbedeutung nach partnerschaftlich verwenden, so ist dies nur eine Betrachtung von einem eingegangenen Bund zwischen zwei oder mehreren Menschen. Wenn man einen Bund eingeht, so sollte man klare Vorstellungen darüber haben, was einen verbindet und als Bund im gemeinsamen streben nach Wohlergehen, Vergnügen und Glück zusammenhalten wird.
(5.1.1) Der Begriff Beziehung beschränkt sich auf daß, was der jeweils andere von einem beziehen wird und dies ist vor allem das, was seinen Daseinzustand erhält, verbessert oder ihm zuerst darin hilft einen guten Daseinzustand zu erreichen. Oft wünschen sich Menschen geliebt zu werden und Liebe vom anderen zu beziehen und haben damit aufgehört selbst wirklich zu lieben, da wirkliche Liebe keine Erwartung hegt und an sich frei von Verlangen ist, da es etwas ist, daß man selbst aussendet.
(5.2) Dies erkennend kann man davon ausgehen, das ein Beklagen, Abwerten, Bloßstellen, Behindern, Überreden, Bestreiten, Manipulieren, sowie Intrigen oder Spielchen mit dem anderen zu treiben nicht dazu geeignet sind, gute Daseinzustände zu erreichen, zu erhalten oder zu verbessern und können daher von vorn herein als Mittel im Streben nach Wohlergehen, Vergnügen und Glück fallen gelassen werden, das sie allesamt unmittelbar oder mit der Zeit das Gegenteil von dem bewirken, was für einen Bund, eine Verbindung oder Beziehung wünschenswert ist.
(5.2.1) Dennoch werden diese Mittel von manchen fast täglich verwendet, um den anderen zu dem zu machen, was er für einen selbst sein sollte, sei es der Lebenspartner, Lebensgefährt, Liebste, Kind, Vater, Mutter, Kollege, Mitarbeiter, Chef, Angestellte und so weiter, bis hin zu Regierung und Staatsvolk, auch Tieren, Pflanzen und Natur an sich, da die grundlegenden Bedingungen für eine Bindung, Beziehung, einen Bund jeder Art grundlegend gleich sind.
(6) Grundlegender Ansatz zur Beziehungsfähigkeit
(6.1) Um eine eine erfolgreiche Beziehung, Bindung, oder wie man es auch immer nennen mag, schon im Vorfeld sicher zustellen, stimmen sich Menschen untereinander ab, setzten Verträge auf und versuchen manchmal bis ins Detail alles vorzubestimmen und festzulegen, was zukünftig erreicht werden und sein soll. Manche setzen einfach voraus, daß es so sei oder werden würde, wie sie es sich vorstellen, oder gar, daß sie es schon irgendwie erreichen werden, obwohl sie wissen, daß Bedingungen dagegen sprechen, Risiken bestehen.
(6.1.1) Egal wie sehr man darin bemüht ist, dies alles im Detail festzulegen, wird man Dinge auslassen, erliegt gewissen Irrtümern, falschen Annahmen, Lebensbedingungen und Lebensumstände ändern sich, so daß einem dies alles letztlich keine Sicherheit oder Garantie geben kann, da es Sicherheit und Garantie nicht gibt, sondern Erscheinungen des Dasein sind, die auf Sein, Tun, Haben und Werden beruhen.
(6.1.2) Die einzige Sicherheit, die es auf Erden gibt, liegt in dem, was man selber ist, ist, hat und wird. Die einzige Sicherheit im anderen besteht somit darin, was er ist, tut und hat und daher wird man einen Ansatz für eine Bindung benötigen, der über allem liegt und für den man an sich keine Details besprechen und vereinbaren muß, einen Ansatz, von dem man alles andere selber ableiten, ermitteln und zur Anwendung bringen kann.
(6.1.3) Es ist ein Ansatz, der als Vorbedingung für eine Beziehung zuerst erreicht sein muß, bevor man eine Bindung eingeht, oder bei einer bestehenden Bindung nachträglich erreichen muß, ohne dem jede Beziehung sowieso zum scheitern verurteilt ist und ohne dem es nur eine Frage des Verlaufs ist, wann das Scheitern eintritt.
(6.2) Meist wird das Eingehen einer Beziehung, einer Ehe oder ähnlich durch das Geben von Gegenseitigen Versprechungen "besiegelt", man verspricht sich Treue, in guten, wie auch schlechten Zeiten zusammenzuhalten, sich ewig zu lieben und so weiter. Diese Versprechen kann man sich alle ersparen, da niemand unmittelbar darauf Einfluß nehmen kann, sondern diese erwünschten Zustände nur indirekt beeinflußbar sind.
(6.2.1) Niemand wird selbst trotz Liebe einem Treu bleiben können, wenn die Daseinzustände nicht erreicht werden aus denen Treue als Erscheinung hervorgeht. Treue ist ein kennzeichnendes Merkmal einer guten Beziehung und Partnerschaft, die man weder anstreben noch sicherstellen muß. Daher ist die Eifersucht ebenso ein Kennzeichen einer zum Scheitern verurteilten Beziehung, da Eifersucht nicht anderes ist, als jemanden völlig in Besitz für sich zu nehmen und für ausschließlich für einen nutzbar zu machen.
(7) Ansatz als Vorbedingung für Beziehungen
(7.1) Da man das Gelingen einer partnerschaftlichen, gegenseitigen Beziehung nicht durch Versprechen und aufgrund von Lebensumständen, falscher Vorstellungen und Vorgeschichten nicht sicherstellen kann, braucht es einen Ansatz nach dem sich ein Mensch in seinem Dasein selbst einschätzen und aus der eigenen Einschätzung heraus die für ihn angemessenen Ziele abzuleiten und die Mittel auswählen zu können, die ihm darin helfen werden gemeinsame Motive und Ziel zu verwirklichen.
(7.1.1) Derselbe Ansatz sollte darin genügen, andere in ihrem Dasein einzuschätzen und selbst für Eltern gegenüber ihren Kindern, Kindern gegenüber ihren Eltern, Erzieher, einen Arzt, Ordnungshüter, Polizisten, Richter, Chef, Kunden und so weiter geeignet sein, eine Situation, ein Fall, ein Sein, ein Tun, eine Tat, ein Werden und so weiter einzuschätzen und die grundlegende Neigung des jeweils anderen oder auf Gruppe, Bewegung und so weiter bestimmen zu können.
(7.1.2) Es muß ein Ansatz sein, der leicht verständlich, wenig Erklärung und Zweifel an dessen Richtigkeit, Nützlichkeit, Anwendbarkeit und Wirksamkeit im Hinblick auf das Streben nach wünschenswerten Daseinzuständen bietet. Ein Ansatz, der oberhalb von Wissenschaft, Religion, Glauben, Philosophie oder ähnlich steht, bei dem man davon ausgehen kann, daß derjenige, der damit selbstbestimmt und nach freiem Willen übereinstimmen will, den Ansatz als besser als alles bisherige Einstellungen für sich akzeptiert auch in der Gesinnung hoch genug ist, um eine Bindung eingehen zu können.
(7.1.2) Dieser Ansatz sollte dafür geeignet sein, daß jeglicher Streit wie auch Krieg sich lediglich darauf richtet, daß diese Vorbestimmung von alles Beteiligten akzeptiert und eingehalten wird und daher auch geeignet sein, bestehenden Streit oder Krieg zu beenden, so daß es bei Erreichen dieser Vorbedingung nur Sieger gibt, alle gewinnen.
(7.2) Gute Beziehungen, Bindungen und Daseinzustände wurden seit Menschengedenken versucht durch das Streben nach Tugenden, Wahrheit, Würde, Treue, Liebe und Ehre zu verwirklichen und es hat nur zeitweilig und im engen Kreis etwas bewirkt oder gehalten. Man hat an sich auch nur verlangt, wie man sein soll, ohne dafür zu sorgen, dass man es auch sein kann, oder zu verdeutlichen wie man sie erreicht, da sie allesamt Erscheinungen guter Daseinzustände sind, in Bezug auf die man unmittelbar gar nichts bewirken oder erwirken kann.
(7.2.1) An all dem mangelt es mehr oder weniger stark, da den Menschen offenbar nie ein Ansatz und ein Mittel gegeben wurde, wie sie ihr eigenes Denken, Handeln, Werden und Verhalten und das anderer auf eine einfache Weise einschätzen können. Man kann noch so lange darüber reden, wie Tugendhaft Heldentum oder Tatkraft sei und dennoch wird jemand im Gemüt Feigheit nie dies erreichen, wenn er nicht weiß, wie er aus diesem Gemüt herauskommt. Wenn man etwas von anderen verlangt, dann sollte man auch aufzeigen oder ermitteln können, wie man dies erreicht, den selbst derartige Wandlungen sind dem Menschen von Natur aus möglich.
(7.3) Der Ansatz, von dem ich spreche, besteht im wesentlichen im eigenen Menschenbild, dem, was der Mensch von Natur aus als Vermögen bei Geburt bereits mit sich bringt, es in seiner Natürlichkeit nur bewußt gemacht werden muß, das, was einen Menschen zum Menschen macht, leicht als dessen Vermögen erkannt werden kann, sei es durch ein Kind oder Erwachsenen in seinen letzten Tagen.
(7.3.1) Es ist eine Voreinstellung, die man für sich selbstbestimmt und nach freiem Willen für sich akzeptiert und ohne jeden Zweifel von anderen einzuhalten verlangen, notfalls berechtigt einzufordern, erstreiten und gar durch Zwang oder Krieg zu verwirklichen, sich mit aller Gewalt erkämpfen kann. Es ist zugleich eine Tugendhaltung, nach der man bestimmt, ob man eine Beziehung eingeht, aufrechterhält oder beendet.
(7.4) Dem Mensch ist von Natur aus zu eigen, über die Fähigkeit zu verfügen, sich selbst, anderen und der Natur gegenüber Wohlwollend eingestellt zu sein, sowie nach Überleben, Wohlergehen und nützlichen und wünschenswerten Daseinzuständen für sich selbst, anderen und der Natur gleichrangig in der Wertigkeit zu streben und dahingehend nach seinen Möglichkeiten tätig zu werden und darin tätig zu bleiben.
(7.5) Die Natur ist die Lebensgrundlage der gesamten Menschheit und daher für einen selbst. Manche denken sich, daß ein Schaden in der Natur an einer Stelle weit von einem Weg, einen nicht betreffen würden, sie einen zumindest zu Lebzeiten selbst nicht einschränkend oder von Machteil wären und sie beachten dabei den Umstand nicht, daß Natur zum einen wie ein übergroßes Lebewesen ist und zum anderen nicht, daß sie eines Tages in die Welt wieder hineingeboren werden, die sie einst verlassen haben, somit sie unter dem leiden werden, was sie selbst zuvor getan haben oder nicht zu tun oder unterlassen beigetragen haben. Wiedergeburt ist kein Glaube, nicht Ursprung einer religiösen Meinung, sondern eine beweisbare Tatsache.
(7.5.1) Somit ist das Begehren nach dem Erhalt, der Verbesserung und Fortbestehen einer gesunden und vielfältigen Natur ein unabdingbares Eigenbegehren, im Hinblick auf das gegenwärtige und die kommenden Leben. Selbst wenn man noch keine Gewißheit über die Tatsächlichkeit der Wiedergeburt für sich erlangt hat, so gebietet es die Vernunft gegenüber den Nachkommen und der Menschheit diese Voreinstellung für sich anzunehmen und ist als Prüfstein für den Zustand der Beziehungsfähigkeit und des eines Menschen an sich grundlegend geeignet.
(7.5.2) Da wir von der Natur die Lebensgrundlage beziehen, kann jeder selbst einschätzen ob er das, was er in Bezug auf die Natur tut, ihr gut tut, oder nicht, und wenn er sie belastet, auch weiß was angemessen ist und was zum Ausgleich für daß was er entnimmt oder für sich gebraucht an selber oder anderer Stelle zusätzlich erschaffen muß, um die Gesundheit der Natur zu erhalten. So läßt sich bestimmen, wie jemand der Natur gegenüber geneigt ist und dies sollte auch bei einem Richter der erste Ansatz sein, die Neigung von jemanden festzustellen, zumal man diese meist leicht erkennen kann.
(7.6) Man ist sich selbst der Richter und anhand dessen, was man ist, tut oder hat, was man dabei ist zu werden, kann man sich selbst fragen und ermitteln ob man sich selbst gegenüber wohlwollen eingestellt ist, ob man nach seinem Wohlergehen strebt und ob das, was man ist, tut, hat und wird auch tatsächlich für sich zu einem besseres Überleben, Wohlergehen und wünschenswerten Daseinzustand führen wird.
(7.6.1) Eine Einschätzung dahingehend ist jedoch nur insoweit richtig, wie man auch gleichrangig einschätzt ob das eigene Sein, Tun, Haben und Werden für das des anderen, das anderer, sowie auch der Natur darin hilft oder unterstützt wünschenswerte Daseinzustände zu erreichen, zu erhalten und bestehende zu verbessern.
(7.6.2) Wenn man sich selbst oder andere einschätzt, so kann man leicht ermitteln, ob das jeweilige Verhalten wohlwollend ist, ob jemand freundlich ist, sich pflegt, für seine Gesundheit und ein gutes Dasein sorgt, wie er mit einem anderen und der Natur umgeht. Es ist leicht erkennbar, ob jemand darin bestrebt und tätig ist, für Wohlergehen in Bezug auf sich selbst, andere und die Natur beizutragen, angemessene Maßnahmen mit anderen abzustimmen, ergreift und durchsetzt.
(7.7) Wenn man eine Beziehung eingehen will, sollte man einschätzen, wie es um dieses natürliche Vermögen eines anderen bestellt ist und bevor man die Beziehung fest eingeht. Einigkeit darüber erlangt haben, das man gemeinsam nach dem menschlichen Vermögen strebt und dies maßgebend für alle Entscheidungen und Tätigkeiten wird, sich im Grunde vereinfacht gefragt werden kann „Tut es mir, meinen Nächsten, Anderen und der Natur gleichrangig gut“ und wenn nicht „Was muß getan werden, damit es für mich, meinen Nächsten, Anderen und der Natur gut ergeht?“ und es nur dann tut, wenn die Gleichrangigkeit für alle sich als gegeben herausstellt.
(7.7.1) Dabei ist zu beachten, daß viele Menschen bereits in sehr verfahren Situationen und Lebensumstände festsitzen und zuallererst ist es von Bedeutung diese Einstellung für sich zu bestimmen und dann danach zu streben, diese in seinem Leben und Umfeld steigernd zu verwirklichen und durchzusetzen und sich mit denen zu umgeben, die in dieser Hinsicht die gleichen Einstellungen haben, da es viel leichter gelingen wird, Wohlergehen, Wohlstand, Vergnügen, Gesundheit und Glück zu erlangen.
(7.7.2) Wenn dies auch nicht leicht sein wird, in seinem Lebensumfeld durchzusetzen, so steht es doch außer Frage, dies zuerst für sich selbst bestimmen zu können, es dann erweiternd in seiner Beziehung mit seinem unmittelbaren Lebenspartner, in der bestehenden Beziehung, Ehe, mit seinen Kindern, in der Familie zur Sprache zu bringen und darin Einigung zu erzielen.
(8) Beziehungsfähigkeit verwirklichen
(8.1) Aus diesen Voreinstellungen erwirkt sich wie von selbst, daß man sein eigenes Denken, Handeln und Verhalten, seinen Betrag, Nehmen und Geben mit anderen abstimmt. Zeichen sich Mängel, ein Nachlassen in der Verwirklichung dieser Einstellung ab, kann man diese Einstellungen erfragen und den anderen dazu bringen erneut zur Selbsteinschätzung auffordern, ihn zum Schauen zu bringen, ob daß, was er ist, tut, hat oder zu werden erscheint wirklich für ihn selbst, andere und der Natur förderlich, wünschenswert und nützlich ist.
(8.1.1) Man kann sich selbst oder andere auffordern etwas zu sein, tun, haben oder zu werden, daß diese Bedingungen erfüllt. Man muß dabei nicht auf dem „rumreiten“, worin jemand versagt hat oder droht dahingehend zu versagen, sondern richtet und lenkt dieAufmerksamkeit jeweils auf die wünschenswerten Daseinzustände. Wer damit beschäftigt ist wünschenswerte Daseinzustände zu erreichen, zu erhalten oder bestehende zu verbessern erfährt Wohlwollen, Wohlergehen, Vergnügen und Glück, wird leichter Überleben und wünschenswerte Beziehungen haben und vor allem keine Energie, Zeit und Mittel frei haben, die in eine entgegengesetzte Neigung führen, die letztendlich im eigenen Scheitern, dem anderer oder der Natur enden würden.
(8.1.2) Man geht also nicht lange auf das ein, gibt dem, was man selbst oder ein anderer falsch macht die volle Aufmerksamkeit, da man mehr von dem bekommt, dem man Aufmerksamkeit gibt, sondern stellt zu allererst wieder den Zustand her, daß jemand sich wieder entsprechend der Voreinstellungen positioniert, sich erneut entsprechend ausrichtet und von dort ausgehend wieder nach dem strebt, daß gleichrangig für einen selbst, anderen und der Natur förderlicht ist.
(8.2) Durch die gut-böse-Denkweise, sind die meisten Menschen zugleich auf Schuld-Strafe, wie auch richtig-falsch, ja-nein und so weiter ausgerichtet. Bei der gleichrangigen Denkweise in Bezug auf sich selbst, anderen und der Natur gibt es nur ein richtiger-oder-falscher in der Vielfalt der Beziehungen, wodurch sich einen multidimensionale Denkweise ergibt, die dem Menschen von Natur als Vermögen angelegt ist.
(8.2.1) Wenn man schlechte Daseinzustände feststellt, dann müssen die zu bestimmenden Maßnahmen so ausgerichtet sein, daß sie weder den eigenen Daseinzustand, den des anderen oder anderen, sowie auch der Natur gegenüber so angemessen sind, daß sie sich eignen eine wünschenswerten Daseinzustand zu erreichen oder wieder herzustellen und keinesfalls so ausgelegt werden, daß sie jemanden nich noch mehr schwächen, als er schon ist.
(8.2.2) Strafen machen jemand für einen im besten Fall, gefügsam, zurückhaltend, vorsichtiger, wirken sich jedoch meist nachteilig auf dessen Zustand aus, so daß er noch weniger in der Lage sein wird, für gute Daseinzustände und die Einhaltung der natürlichen und menschlichen Voreinstellungen zu sorgen. Die meisten auf Strafe ausgerichteten Maßnahmen dienen zugleich dazu jemand im Streben nach etwas zu brechen, so daß er sich fortan davon abhält es erneut zu tun. Jeder Bruch ist ein verkleinern und jedes verkleinern ein Schwächen, wobei die Ursache des Strebens nicht behoben wird und sie entweder durchdringt, oder gewandelt an anderer Stelle in anderer Ausgestalt zeigen wird, und sei es als Krankheit.
(8.3) Die Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Menschen können gegen sich selbst, andere und die Natur gerichtet werden und sein und lassen sich für dies neu ausrichten, wenn jemand selbstbestimmt und nach freiem Willen bestimmt ein Mensch entsprechend des natürlichen Vermögens des Menschen zu werden und sein Leben entsprechend auszurichten.
(8.4) Ich selbst gebe mich nur mit anderen ab, bei denen ich entweder diese Einstellung als bestehend feststelle oder sie bewirken kann. Ist sie nicht gegeben oder bewirkbar, so halte ich diese auf Abstand, trenne sie von mir und gebe mich mit ihnen nur notfalls ab. Sie tun mir nicht gut, sich selbst nicht, was mir auch wiederum nicht gut tut, dann tun sie auch der Natur nicht gut, was mir wiederum nicht gut tut. An sich bin ich so ziemlich egoistisch, doch wenn sich dieser gesunde Egoismus verbreiten würde, würde es letztlich allen gut tun und von Nutzen sein.