Zoll
Zoll1 | zoll | m. Zahl als Anteil von der Menge abgezählten Menge, als Abgabe zu zahlende (21. Jh. ndt.) ; ‘Abgabe für bestimmte Waren beim Transport über eine Grenze, Zollstelle, Zollbehörde’, auch ‘Wegegebühr’ (vgl. Brückenzoll, Wegezoll).
Zölle
Das allen ger. Sprachen mit Ausnahme des Got. (dafür mōta, s. Maut) gemeinsame Wort ahd. (8. Jh.), mhd. zol (Wesfall zolles) ‘Abgabe’, frühnhd. auch ‘Zollstelle, Zollamt’,
asächs. mnd. mnl. nl. tol, aengl. engl. toll, anord. (aus dem Aengl. oder Mnd.?) tollr, schwed. tull mit den Nebenformen asächs. tolna f., mnd. tolne, toln m., tollen m., mnl. tolne, toolne m., aengl. toln f.
sei entlehnt aus vlat. tolōnēum, spätlat. telōnēum, telōnīum ‘Abgabe, Zollhaus’, grie. telōné͞ion, telṓnion ‘Zollstätte, Zollhaus’; zu grie. télos ‘Abgabe, Steuer, Zoll, Aufwand, Kosten’, eigentlich ‘Ende, Grenze, Ziel, Amt’.
Man hat auch versucht, in den n-losen Formen ein einheimisches Wort ger. *tulla- zu sehen, das sich als schwundstufige Bildung im Sinne von ‘Berechnung, Rechnung’ an die unter Zahl, zählen behandelte Wortgruppe anschließen würde, dann aber ganz die Bedeutung des entlehnten tolna, tolne angenommen hätte.
Zöllner m. ‘Angestellter einer Zolldienststelle’, früher (bis Anfang 18. Jh.) ‘Zolleinnehmer’, ahd. zolonāri (8. Jh.), mhd. zolnære, zolner, mnd. tolner, mnl. tollenāre, tolnere, nl. tollenaar, aengl. tolnere, tollere, entlehnt aus gleichbed. mlat. tolnearius, vlat. tolōneārius, tolōnārius (3. Jh.), spätlat. telōneārius, telōnārius.