ahnen
Erscheinungsbild
ahn-en Vb. ‘Zukünftiges dunkel empfinden, voraussehen, eine vage Vorstellung haben, gefühlsmäßig vermuten’.
Wahrscheinlich zur Präp. an gebildet, anfangs vorwiegend belegt in der unpersönlichen Wendung
- mhd. mir, mich anet ‘es kommt an mich heran’, d. h. ‘ich sehe voraus’,
- mnd. it heft mī (ge)ānet.
Formen mit d-Einschub (ahnden, vereinzelt schon mhd. anden) sind im 18. Jh. (besonders bei Klopstock) häufig, gehen jedoch im 19. Jh. wieder zurück.
Das Verb ist nur im Dt. nachweisbar (schwed. ana, dän. ane sind Entlehnungen aus dem Nd.).
¦↵¦ uger. *ana "an", uwger.,
- ahnen ist vornehmlich ein Gefühl, wobei das Gefühl mit dem aus dem Unbewusstsein herauf angeregten und aufsteigenden Erinnerungen sich mit etwas mit Erwartungen als mögliches vergangenes, gegenwärtiges oder zukünftiges Geschehen vermengt, man meist dem Gefühl eine Bedeutung zu entnehmen sucht, eine naheliegende zuweist
- ahnen, ahd. *anōn, mhd anen ist vom Wortsinn her möglicherweise zu Ahn "Vorfahr, Großvater" gebildet, man sieht sich ähnlich, soweit man verwandt ist, ahnen "einen", "überein kommen"(s. -enzen)
- Nach bisheriger Annahme sei ahnen wahrscheinlich zum Vhw. an gebildet, anfangs vorwiegend dadurch belegt in der unpersönlichen Wendung mhd. mir, mich anet ‘es kommt an mich heran’, d. h. ‘ich sehe voraus’, mnd. it heft mī geānet, it heft mī ānet. ‘es kommt an mich heran’, ‘ich sehe voraus’, wobei dies dem Sinn nach genauso zu ähnlich steht und ahn bedeutet "nah an einem Ahnen verwandt zu stehen", wodurch an ahd. ana und ahnen eine ähnliche Wortbedeutung tragen und deren Schreibweisen in meist ohne h erfolgten, bspw. ahd. ana "Urgroßmutter, Großmutter" , ahd. ano "Urgroßvater, Großvater", ahd, mhd ana "Ahne", jedoch auch ahd, mhd ana " in, an, auf, nach, über, durch, bei, zu, von, für, gegen, hinsichtlich" .