an und für sich
An sich und für uns (für sich, per se) sind Begriffe der philosophischen Fachsprache. Mit „an sich“ bezeichnet man Gegenstände und Tatsachen, insofern sie unabhängig vom Bewusstsein einer Person sind.
Wortverbindung
[✐ | ✎]Worttrennung:
- an und für sich
Aussprache:
- IPA: [an ʊnt fyːɐ̯ zɪç]
- Hörbeispiele:
an und für sich (Info)
Bedeutungen:
- [1] eigentlich, im Grunde
Synonyme:
- [1] eigentlich, letztlich, im Prinzip, im Grunde genommen
Beispiele:
- [1] Das neue Verfahren bringt an und für sich keine Vorteile.
In Hegels Philosophie geht es um die spekulative Überwindung der Subjekt-Objekt-Spaltung. Gibt es die Vorstellung eines Dinges an sich (Kant), eines Objektes unabhängig von uns, so wird darin ein Mangel erkennbar. Die Einheit aller Dinge ist unterbrochen.[4][5]
Haben andererseits Menschen subjektiv für sich die Wahrheit gepachtet, so wird darin ein Mangel erkennbar. Wieder ist die Einheit aller Dinge unterbrochen. Diese Spaltung ist ein berühmtes Kernproblem der Philosophie und kennzeichnet den Gegensatz von Realismus und Idealismus. In Hegels Dialektik hebt der spekulative Geist diese Spaltung auf. Es wird mit der Zusammenstellung der Gegensätze:
- an sich und für uns
in einem Ausdruck „an und für sich“ die Einheit der Welt und des Geistes spekulativ als Synthese fusioniert.
In Jean-Paul Sartres philosophischem Werk Das Sein und das Nichts sind die Begriffe An sich und Für sich zwei wichtige Kategorien. Das Für sich ist das menschliche Bewusstsein, die menschliche Realität oder auch einfach der Mensch. Sartre grenzt diese Begriffe nicht voneinander ab und benutzt sie bedeutungsgleich. Das An sich hingegen ist alles, was dem Bewusstsein transzendent ist, so die Dinge in der Welt. Die zentrale Aufgabe von Das Sein und das Nichts ist es nun, nicht einem Dualismus von An sich und Für sich zu verfallen, sondern eine Verbindung zwischen beiden zu finden.