aus AufEinWort, der freien Forschung
Bei oberflächlicher Betrachtung wird der Blick natürlich auch auf die Begriffspyramide gelenkt, die in Platons Sophistes[1] und später bei Porphyrios von Tyros (um 233–um 301), auf den das mittelalterliche Konzept der arbor porphyrii[2] zurückgeht, ein eigenständiges erkenntnisphilosophisches Modell begründet, in der dem aufsteigenden syllogistischen Denken innerhalb der Begriffspyramide ein rückläufiger Erkenntnisprozess entgegengesetzt wird.
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▷ In den
Sophistes zeigt Platon einerseits die Möglichkeit auf, den allgemeinen Gattungsbegriff so zu zerlegen, dass man schließlich zu den Arten und von dort weiter bis zum unteilbaren Individuum gelangt (
Diairesis) (so im
Anglergleichnis in
Sophistes 219aff.). Hierzu: Peter Kolb:
Die Dihairesen in Platons ‚Sophistes‘, in
Praktische Philosophie 18 (1992), 329–346. Umgekehrt kann im Aufstieg von der Betrachtung des Individuellen bis zur
allerallgemeinsten Idee (Hirschberger, S. 107) fortgeschritten werden (
Dialektik).
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▷ Auf der Grundlage von Porphyrios’ berühmter Einführung (
Isagogé) zu Aristoteles' logischer Schrift
Die Kategorien, zuerst durch
Marius Victorinus (um 280–365), später dann von
Boëthius ins Lateinische übersetzt (ediert in: Anicius Manlius Severinus Boëthius:
In Isagogem Porphyrii Commentorum editio prima (= Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum (CSEL) 48), Samuel Brandt (Hg.), Wien/Leipzig 1906). Eine griechisch-deutsche Edition liegt vor in: Aristoteles:
Kategorien (= Philosophische Bibliothek 493), gr.-dt., Hans Günter Zeckl (Hg./Übers.), Hamburg 1998 [Beigegeben ist Porphyrios:
Einführung in die Kategorien des Aristoteles (Isagoge)].