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assertorisch

aus AufEinWort, der freien Forschung

assertorisch lat.-deu. (phls., lgs.) 'bejahend' a = a; feststellend oder behauptend.

assertorisch (v. lat. assertorius = das Urteil betreffend) heißt ein Urteil seiner Modalität (s. d.) nach, welches ohne jeden Zusatz etwas als wahr oder wirklich behauptet oder leugnet, während das problematische Urteil etwas als möglich, das apodiktische Urteil etwas als notwendig hinstellt. Das bejahende assertorische Urteil hat die Form: A ist B, das problematische: A kann B sein, das apodiktische: A muß B sein. Ein Beispiel für das assertorische Urteil ist: Ellipsen sind Kegelschnitte. Kant definiert: Assertorische Urteile sind solche, da das Bejahen und Verneinen als wirklich betrachtet wird (Kr. d. v. V. S. 74).[1]

Adjektiv (Deutsch)
Worttrennung: as·ser·to·risch,
Komparativ: as·ser·to·ri·scher,
Superlativ: as·ser·to·rischs·ten
Aussprache: IPA: [asɛʁˈtoːʁɪʃ]
Positiv Komparativ Superlativ
assertorisch assertorischer am assertorischsten
Alle weiteren Formen: Flexion:assertorisch

Bedeutungen:

[1] Philosophie, Logik: feststellend, behauptend, versichernd, ohne Beweis Gültigkeit beanspruchend

Herkunft: aus gleichbedeutend nlat. assertorius

Beispiele:

[1] „Was reine Vernunft assertorisch urteilt, muß (wie alles, was Vernunft erkennt,) notwendig sein, oder es ist gar nichts.“[2]
[1] „Das problematische Urtheil bestehe hiernach darin, wenn man das Bejahen oder Verneinen als beliebig oder als möglich; - das assertorische, wenn man es als wahr, d. h. wirklich, und das apodiktische, wenn man es als nothwendig annehme.“[3]
[1] »Assertorisch« sollen Aussagen genannt werden, die sich nicht als Alternativen darlegen lassen, denn der Wahrheitsraum entspricht nur einer Lösung. {\displaystyle A\wedge B} ist assertorisch.[4]
[1] Ob assertorische Aussagen der Aussagenlogik Vermutungs- oder auch Beobachtungsaussagen sein können, lässt sich nicht mehr allein mit Hilfe isolierter Wahrheitswertematrizen erörtern, […].[4]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] assertorische Aussage / Logik
  1. ↑ Quelle: Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 65. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20003578232; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 65