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büßen

aus AufEinWort, der freien Forschung

büß + -en | Vb. ‘sühnen, Buße leisten, Strafe erleiden’.

Das gger. Tw. ahd. buozen (9. Jh.), mhd. büezen, asächs. bōtian, aengl. bētan, afries. bēta, anord. bœta, got. bōtjan (ger. *bōtjan) weist in den einzelnen germanischen Sprachen im wesentlichen die gleichen Bedeutungen auf, wie sie für das Hptw. gelten; es scheint daher vom Hptw. abgeleitet zu sein.

Doch gibt es Gründe für die Annahme, daß sich eine Reihe der für das Hptw. außerhalb des Gotisch angegebenen Bedeutungen zunächst beim Tw. entwickelt und dann auf das Hptw. zurückgewirkt hat.

Das Tw. wäre danach als unmittelbare Bildung zur ger. Wortwurzel *bat-, *bōt- bzw. zur steigernden Eigenschaftsform (nhd. besser) anzusehen mit den Ausgangsbedeutungen ‘gut, von Nutzen sein’, aber auch ‘gutmachen, bessern’; vergleiche Wissmann Älteste Postverbalia (1938) 14 ff.

Im heutigen Deutsch ist die Vielfalt der Bedeutungen beim Tw. wie beim Hptw. stark reduziert. Die alte Bedeutung ‘bessern’ ist noch in Lückenbüßer  enthalten.