bald
bal + -d | Egsw. ‘nach Ablauf einer verhältnismäßig kurzen Zeitspanne, in nächster Zeit’. Ahd. baldo ‘kühn, unverzagt’ (9. Jh.), mhd. balde ‘kühn, schnell, sogleich’ gehört wie mnd. bōlde, mnl. boude, aengl. bealde ‘kühn, schnell, sogleich’ als Ustw.
zu einem Egsw. uig. *bʰel-, uger. *balþaz, uwger. *balþ, ahd. bald, pald, asächs. bald, mhd. balt, mnd. bolt, balt, mnl. bout ‘kühn’, aengl. bald, beald, engl. bold ‘kühn, dreist’, anord. ballr ‘kühn’, schwed. (aus dem Mnd.) båld ‘kühn, stolz’, got. *balþs ‘kühn’ (zu erschließen aus got. balþei f. ‘Kühnheit’, balþaba Ustw. ‘kühn’), nl. boud, , das sich über ger. *balþa- ‘hochfahrend, kühn’ (ursprünglich ‘geschwollen’) zu uig. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (s. Ball1) stellen läßt.
balda* 2, ahd., st. F. (ō): nhd. Behauptung;
baldēn* 4, ahd., sw. V. (3): nhd. sich behaupten, kühn werden, Mut fassen, getrauen, erkühnen, wagen, hoffen auf, vorwegnehmen;
Über Ww. und Begriffsystem verwandt mit Bild, bilden, unbill …
Im Nhd. ist allein das Ustw. noch gebräuchlich und wird im Anschluß an die im Mhd. über ‘mit beherzter Entschlossenheit’ entwickelte Bedeutungsvariante ‘schnell, sogleich’ nur als Zeitbestimmung verwendet.
Das untergegangene Egsw. mit der Bedeutung ‘kühn’ findet sich bis heute als -bald, -bold Germ. *balþa- ‘hochfahrend, kühn’ Bestandteil von Eigennamen wie Balduin, Willibald, Leopold und (sinnentleert) in abschätzigen Bezeichnungen wie Raufbold, Witzbold, die solchen Namen nachgebildet sind.