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bilde

aus AufEinWort, der freien Forschung

bil + de

  • uwger. *biliþī „Gleichheit, Angemessenheit“ *bil “gleich, gemäß” +‎ *-iþu "-niß", "ist (so) da, -ida, ist-da”, ahd. bilidi (8. Jh.; obd. Nebenformen bilodi, biladi), mhd. bilde ‘Abbild, Vorbild, Gestalt’.
    • bilidāra* 2, ahd., sw. F. (n): nhd. „Bildnerin“, Heuchlerin, Nachahmerin, Abbild;
    • bilidāri* 5, bilideri*, ahd., st. M. (ja): nhd. „Bildner“, Bildhauer, Nachahmer, Schöpfer (M.) (2), Künstler, Bildhauer;
    • bilidi 216, ahd., st. N. (ja): nhd. Bild, Darstellung, Beispiel, Vorbild, Gestalt, Form, Wesen, Vorstellung, Begriff, Urbild, Abbild, Ebenbild, Mal (N.) (2), Gleichnis, Beschaffenheit, Aussehen, Figur, Bildwerk;
  • uger. *bilją, uger. *bíþla- "Beil", uwger.*billo-, verwandt mit ahd.  bill, asächs. bil, aengl. bil "eine Art Schwert, Waffe mit Schneiden" becca “Spitzhacke”, dt. Bille “Spitzhacke”, verwandt mit Beil mhd. bīl, bīhel, 
  • uig. *bʰil- „anständig, gut, harmonisch, freundlich“, uig. *bʰil-o-s, uhel. *pʰílos, agr. phílos, from . Verwandt mit air. bil „gut, mild“ and uger. *biliz „freundlich, sanft; anständig, gerecht“, wie auch aengl. bile- „freundlich, passend, angemessen", dt. billig „angemessen, passend, preiswert, günstig“ and nl. billijk “angemessen”, dt. unbil ‘ungemäß, ungerecht’.

Offenbar war bild uig. *bʰil- "Gleichheit, Angemessenheit“ und bald ‘kühn, dreist’  uig. *bʰel-,  unbil ‘ungemäß, ungerecht’. ein Begriffsystem.

Das nur im Festlandwestgermanisch bezeugte Hauptwort (vgl. asächs. biliði ‘Zeichen, Gleichnis, Abbild’, mnd. bilde, bē̌lde ‘Abbild, Gestalt, Sinnbild, Beispiel’, mnl. beelde ‘Abbild, Gestalt, Vorbild’, afries. bild ‘Bild’; dagegen anord. bīlæti wohl aus dem Altsächsisch entlehnt) ist mit dem Sammelnachsilbe ger.-iþja- von einem Stamm bil- abgeleitet, für den bisher eine sichere Erklärung fehlt.

Die ältesten wger. Zeugnisse machen eine Ausgangsbedeutung ‘Zeichen, Sinnbild, Vorzeichen’ wahrscheinlich, Vergleich eines möglichen Zusammenhang mit bil- ‘angemessen, gerecht’ (s. billig, Unbill und Weichbild) über eine Bedeutungsvorstufe ‘trennen, unterscheiden, beurteilen, deuten’ erwägt.

Weitere Deutungsversuche führen zu einer Grundvorstellung ‘geistiges Wesen, übernatürliche Kraft’, oder rechnen den Stamm bil- einer Wortgruppe ‘spalten, hauen’ zu und sehen in Bild ‘das Zurechtgehauene, Gestaltete’.