dóxan
Erscheinungsbild
dóxan δόξαν
Noun δόξᾰν • (dóxăn) f accusative singular of δόξᾰ (dóxă)
Participle δόξᾰν • (dóxăn) neuter nominative/accusative/vocative singular of δόξᾱς (dóxās)
Akkusativ Singular des altgriechischen Nomens δόξα (dóxa). Es hat eine sehr facettenreiche Etymologie und Bedeutungsgeschichte: [1]
- Ursprung: Es stammt vom Verb δοκεῖν (dokeîn, „scheinen“, „meinen“, „denken“) ab.
- Wortstamm: Der indogermanische Stamm ist *doke- (etwas gutheißen, meinen, scheinen). [1, 2]
Bedeutungswandel:
- Ursprüngliche Bedeutung: Im klassischen Griechisch bedeutete das Wort zunächst „Meinung“, „Ansicht“, „Vermutung“ oder auch „Erwartung“ (die Meinung, die man hat, oder der Ruf, den man genießt). [1]
- Philosophischer Wandel: In der griechischen Philosophie (z. B. bei Platon) steht Doxa für eine unsichere, auf bloßer Sinneswahrnehmung beruhende Meinung im Gegensatz zur Episteme(gesichertes, wahres Wissen). [1, 2]
- Biblischer Wandel: In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments (der Septuaginta) wurde das hebräische Wort Kavod (Gewicht, Ehre, Herrlichkeit) mit Doxa übersetzt. Dadurch wandelte sich die Bedeutung im Christentum hin zu „Herrlichkeit“, „göttlicher Glanz“ oder „Majestät“. [1, 2, 3]
Verwandte und abgeleitete Begriffe:
Durch diese historische Entwicklung prägt das Wort viele moderne Fremd- und Fachwörter, wie zum Beispiel:
- Doxologie: Zusammengesetzt aus doxa und logos (Wort) – ein Lob- oder Verherrlichungsgesang.
- Orthodoxie: (Rechtgläubigkeit)
- Heterodoxie: (Andersgläubigkeit)
- Paradox: (Widersprüchlich, wider die landläufige Meinung)