deus malignus
Erscheinungsbild
deus malignus lat. "böser, uns täuschender Gott".
in Anlehnung an den genius malignus "böser Geist" des René Descartes gebildet.
In der einen Hypothesenreihe hebt Nietzsche ab auf die Dämonisierung Got- tes zum Deus malignus, also polemisch auf die mögliche Realität eines nicht gütigen Gottes. In der andern Hypothesenreihe skizziert er in kühner Phantasie Linien einer philosophischen Theologie der Ohnmacht eines vielleicht gütigen Gottes, bis hin zur Idee der Patripassianer,2 Gott selbst sei auf Grund seines tri- nitarischen Einsseins mit Jesus gestorben, – dies jedoch nicht, wie im christlichen Bekenntnis: für drei Tage, sondern unwiederbringlich.
- ↑ Vom ‚Tode Gottes‘ Nietzsches Tiefenhermeneutik des neuzeitlichen Atheismus - Duising.pdf