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dichten

aus AufEinWort, der freien Forschung

dichten2 | dichte -n |  Tw. ‘literarische Werke, Verse verfassen, erfinden’; ahd. tihtōn ‘sprachlich gestalten, abfassen’ (9. Jh.; daneben auch Formen mit inlautendem -ct-, dem lat. Lautstand entsprechend), mhd. tihten ‘schreiben, schriftlich abfassen, erfinden, schaffen, erlügen’, mnd. mnl. nl. dichten, aengl. dihtan ‘einrichten, verfügen, anordnen, befehlen, verfassen, schreiben, veranlassen’, anord. schwed. dikta gelten allgemein als Entlehnungen von lat. dictāre ‘vorsagen, verfassen’ (s. diktieren).

Der nhd. d-Anlaut beruht auf der binnendeutschen Konsonantenschwächung. Fraglich ist, ob die wger. Tätigkeitswörter möglicherweise erst zweitrangig unter den Einfluß von lat. dictāre geraten, in Wirklichkeit aber ger. Ursprungs sind.

Unter Berufung auf die Bedeutungsbreite der genannten Verben erwägt man Zusammenhang mit stark flektierendem mhd. tīchen ‘schaffen, treiben, ins Werk setzen’ (auch von Gesang und Tanz), ‘die Stimme erschallen lassen’ und will dieses (sehr unsicher) auf eine Variante uig. *dheig̑- der unter Teig genannten Wurzel uig. *dheig̑h- ‘kneten’ zurückführen.

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