dokéonta
Erscheinungsbild
dokéonta agr. δοκέοντα Ez. u. Mz. Wrtdtng: "Fürwahrnehmen, Fürwahrhalten" Das, daß scheinbar wahr sei, daß man für wahr nimmt oder hält.
- Partizip Präsens (Akkusativ Neutrum Plural) des Verbs dokéin (δοκεῖν) „die Erscheinenden“, „das Scheinende“ oder „die Meinungen“.
- von dokeo δοκέω "scheinen, meinen, glauben"
- Die indogermanische Wurzel ist \(\ast de\acute{k}-\) mit der ursprünglichen Bedeutung „annehmen“ oder „aufnehmen“.
- Verwandte Begriffe: Aus derselben Wurzel stammt auch das lateinische Wort decere "sich geziemen, passen" und über das Griechische abgeleitet das Konzept der Doxa (δόξα – "Meinung, Glaube".
- Bedeutungswandel: Die Bedeutung entwickelte sich von „etwas für gut befinden/annehmen“ hin zu „denken, urteilen“ (jemand nimmt etwas in seinem Geist an) sowie „scheinen“ (wie etwas auf den Beobachter wirkt).
Philosophische Bedeutung
In der altgriechischen Philosophie—besonders prominent im Lehrgedicht von Parmenides—wird das Partizip dokéontaoft verwendet, um die Welt der bloßen Erscheinung und der menschlichen Meinung (Trugbilder) zu beschreiben. Dies steht im strikten Gegensatz zur Aletheia (ἀλήθεια), der absoluten, unveränderlichen Wahrhe