dort
d- + Ort | ‘an jenem Ort’, nachdrücklicher als da1 auf einen vom Sprecher entfernten Punkt im Raume hinweisend; ahd. tharot, thorot (9. Jh.) ‘dorthin, dort’, mhd. dort, dart, dert‘dort’, asächs. tharod ‘dorthin’, mnd. dōrt ‘dort, dorthin’, afries. thard ‘dorthin’.
Die sonst im Germ. nicht nachweisbare Bildung ist anfangs und noch im Mnd. Richtungsangabe und zeigt Erweiterung des Ustw. ahd. thār, asächs. thā̌r ‘da, dort’ (s. da1) durch westgerm. -od (vgl.ahd. herot,
asächs. herod ‘hierher’ neben ahd. hier, asächs. hēr, hīr ‘hier’; ahd. (h)warot, asächs. hwarod ‘wohin’ neben ahd. (h)wār, asächs. hwā̌r ‘wo’).
Dieses Suffix ist wahrscheinlich verwandt mit aind. utá ‘und, auch’, grie. ēýte (ἠύτε) ‘ebenso wie’ und gehört dann zu uig.*au-, *u- ‘jener, der eine ‒ der andere’ (s. auch).
Die heute veraltete Nebenform dorten (um 1500) ist angeglichen an Adverbien auf -en (vgl. außen, oben, unten).