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goldener Schenkel (Pythagoras)

aus AufEinWort, der freien Forschung

Der „goldene Schenkel“ gehört zu den antiken Berichten, die Pythagoras als übermenschliche oder göttlich-nahe Gestalt darstellen. In der späteren Tradition zeigt Pythagoras dem Abaris sogar seinen goldenen Schenkel als Beweis dafür, daß Abaris sich in seiner Einschätzung von Pythagoras’ besonderer Natur nicht täusche.

Der Sinn der Wendung ist also ungefähr:

Pythagoras trug an seinem Leib ein göttliches Erkennungszeichen.

Das gehört in dieselbe Wunderschicht wie die Erzählungen, er könne zugleich an zwei Orten sein. Pythagoras führt beides ausdrücklich als Teil seines Ruhms als Wundertäter an.

In einigen antiken und neueren Darstellungen wird der goldene Schenkel zudem mit einer Apollon-Deutung verbunden: Er soll als Zeichen gegolten haben, daß Pythagoras nicht einfach nur Mensch sei, sondern in besonderer Weise mit dem Göttlichen, teils speziell mit Apollon, verbunden sei. In einer Zusammenfassung der Überlieferung heißt es, er habe ihn Abaris als Beweis seiner Identität als „hyperboreischer Apollo“ gezeigt.