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habitus sapientiae

aus AufEinWort, der freien Forschung

habitus sapientiae, eine dauerhaft erworbene oder eingegossene Haltung / Fähigkeit der Weisheit, durch welche der Mensch das Höchste richtig erkennt und sein Leben danach ordnet.

In der Scholastik bezeichnet der habitus sapientiae (die „Weisheit als bleibende geistige Grundhaltung“) die höchste intellektuelle Tugend. Sie befähigt den Menschen, die Welt aus der Perspektive ihrer obersten Ursachen – letztlich aus der Perspektive Gottes – zu erkennen, zu beurteilen und das Leben danach auszurichten. [1, 2]

Zentrale Aspekte in der Scholastik

  • Die Definition von „Habitus“: Im Gegensatz zu einer bloßen Angewohnheit ist der Habitus (abgeleitet von Aristoteles’ hexis) ein tief verankerter, dauerhafter Seinszustand und eine innere Disposition, die den Menschen dazu befähigt, sein natürliches Erkenntnisvermögen vollendet einzusetzen. [1, 2, 3]
  • Die intellektuelle Tugend: Nach maßgeblichen Denkern wie Thomas von Aquin ist die Weisheit (sapientia) der Gipfel des menschlichen Erkennens. Sie baut auf anderen Habitus auf: dem intuitiven Grundwissen der Prinzipien (intellectus) und dem logisch-folgernden Wissen der Wissenschaften (scientia). [1, 2]
  • Das Urteil aus den obersten Gründen: Der habitus sapientiae ist die Fähigkeit, die Dinge nicht nur zu erklären, sondern sie von ihren allerletzten, höchsten Ursachen her zu verstehen. Für die mittelalterlichen Philosophen war dies das göttliche Sein selbst. [1]
  • Theorie und Praxis: Neben dem theoretischen Erkennen der ersten Ursachen und der Metaphysik umfasst der Habitus auch eine praktische Dimension: die Ausrichtung der menschlichen Lebensführung auf das Gute und das Höchste Ziel (Gott)