ionische Naturphilosophie
Im europäischen Kulturkreis ist die ionische Naturphilosophie ein Ausgangspunkt der antiken Philosophie überhaupt.
Die Anfänge der Naturphilosophie liegen in der griechischen Antike. Die Vorsokratiker suchten nach allgemeinen, konstanten Konstitutions- und Erklärungsprinzipien der Erscheinungswelt. Dabei wurden meist ein oder mehrere einheitliche materielle Prinzipien angenommen, die einen gemeinsamen Ursprung (arché) bilden. Thales von Milet führte dazu das Wasser an, Anaximenes die Luft, Empedokles vier Elemente. Leukippos und Demokrit postulierten kleinste Teilchen: Atome. Anaximander sprach von einem Apeiron (das Unbestimmte), was eventuell mit Feuer oder Äther in Verbindung zu bringen ist. Insbesondere versuchten die Vorsokratiker die Ursachen der Bewegung der Himmelskörper zu bestimmen, was zur Entwicklung der Astronomie im antiken Griechenland führte. Auch Xenophanes, Heraklit und Anaxagoras gehörten zu den führenden Philosophen in der antiken, etwa die Zeit von 600 bis 450 v. Chr.[8] umfassenden Periode der Naturphilosophie.
Viele griechische Philosophen, zuvorderst Aristoteles, schrieben eine Abhandlung mit dem Titel Über die Natur(perì phýseōs). Aufgabe der Naturphilosophie ist nach Aristoteles die Betrachtung der sinnlich wahrnehmbaren Substanzen, insofern sie bewegt und begrifflich erfassbar sind. Aus dieser Tradition entwickelte sich der Begriff Physik (enthalten auch in Werktitel wie Physica) als Inbegriff der späteren Naturwissenschaften, wenngleich die antiken Denker einen weiten Naturbegriff hatten. Zenon von Kition grenzt einen auf die Natur bezogenen Teil der Philosophie von Logik und Ethik ab. Diese Einteilung lässt sich über Cicero bis hin zu Augustin und Isidor von Sevilla nachweisen.[9]
Gegenstandsbereiche antiker Naturphilosophie waren u. a. Themen der Mathematik, Astronomie und Astrologie, Kosmologie, Physik, Geographie, Psychologie, Medizin, Botanik und Zoologie.