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irascibilitas

aus AufEinWort, der freien Forschung

irascibilitas λat. „Reizbarkeit, Zornmütigkeit“

  • ωον λατ. irascibilis
    • Wortstamm: Basiselement ist das lateinische Substantiv ira (Zorn, Wut, Rage).
    • Verbale Basis: Daraus abgeleitet ist das Verb irasci / irasci (in Zorn geraten, zornig werden). Dazugehörig ist das Suffix -sc- (inchoatives Suffix, das einen beginnenden Vorgang ausdrückt: „in Zorn geraten“).
    • Adjektivbildung: Die Endung -bilis (im Lateinischen drückt dies die Möglichkeit, das Vermögen oder die Eignung aus) formt daraus irascibilis („zornfähig“, „geneigt, in Zorn zu geraten“ oder „reizbar“).
    • Abstraktes Nomen: Das Suffix -itas (entspricht dem deutschen -heit oder -keit) macht daraus den abstrakten Begriff irascibilitas („die Eigenschaft, reizbar zu sein“).

Bedeutung in der Scholastik:

In der mittelalterlichen Philosophie (u. a. bei Thomas von Aquin) bezeichnete irascibilitas nicht einfach nur Jähzorn. Es handelte sich um den streitbaren/zornhaften Seelenteil (appetitus irascibilis) innerhalb der sinnlichen Begierde. Während der concupiscibilis-Trieb (von concupiscere) auf das Begehren und Erlangen des Guten ausgerichtet ist, befähigt der irascibilitas-Trieb den Menschen, Hindernisse zu überwinden oder das Böse abzuwehren