können
kann | könn + -en | zu kann es | eigentlich "fähig sein", "Fertigkeiten habend"; ‘geistig vermögen, wissen, verstehen’;;
kann,könn,könne,könnt,könnte,kannst,gekonnt,könnte,könntest,könnten,konnten,konnte,konntest,
¦⊕¦ Die Ausgangsbedeutung von können ist wohl ‘geistiges vermögen, wissen, verstehen’; sie ist noch erkennbar in kennen, kühn, kund, Kunst;
¦⊗¦ ‘vermögen, fähig, in der Lage, imstande sein, verstehen, beherrschen, dürfen’;
¦√¦ uig. *ǵneh₃- "wissen, fähig sein",;
¦↵¦ uig. *g̑en(ə)- ‘erkennen, kennen’; germ. *knē-, ie. *g̑nē-; ugerm. *kunnaną,; uwgerm. *kunnan,; germ. *kann-; ahd. kunnan, (8. Jh.), mhd. kunnen,"fähig sein", "Fertigkeiten habend"; künnen, ‘geistig vermögen, wissen, kennen, verstehen’, dann auch ‘imstande sein, vermögen’,
asächs. kunnan, mnd. künnen, kȫnen, können, mnl. connen, cunnen, cōnen, nl. kunnen, aengl. cunnan, engl. can, anord. schwed. kunna, got. kunnan ‘kennen, wissen, erkennen’.
Die präsentischen Formen des Sing. dieses zu den Präteritopräsentien gehörenden Verbs ahd. mhd. asächs. mnd. mnl. nl. kan, aengl. can(n), con(n), engl. can, anord. kann, schwed. kan, got. kann führen auf germ. *kann- (s. kennen), dessen Doppelkonsonanz auf einem präsensbildenden n (oder auf einer Lautentwicklung uig. nə zu ger. nn?) beruht.
Als verwandt (ausgehend von ger. *knē-, ie. *g̑nē-) sind heranzuziehen ahd. biknāen ‘vernehmen, verstehen, wieder zu Verstand kommen’, inknāen, irknāen ‘wahrnehmen, erkennen’ (8. Jh.), aengl. cnāwan, engl. to know ‘kennen, wissen’, anord. knā ‘kann’.
Außergerm. sind vergleichbar aind. jānā́ti ‘kennt, weiß, versteht’, toch. AB knā- ‘wissen, kennen’, lit. žinóti ‘kennen, wissen’, aslaw. znati ‘kennen’, russ. znat’ (знать) ‘wissen, kennen’, mit uig. sk̑- bzw. sk-Suffix griech. gignṓskein (γιγνώσκειν), lat. nōscere (alat. gnōscere) ‘erkennen, kennenlernen’ sowie mit dem Partizipialsuffix uig. -to- aind. jñātáḥ ‘bekannt, verstanden’, grie. gnōtós (γνωτός), lat. nōtus ‘bekannt’, air. gnāth ‘gewohnt, bekannt’. Anzusetzen ist eine Ww. uig. *g̑en(ə)- ‘erkennen, kennen’.
Die Ausgangsbedeutung von können ist ‘geistig vermögen, wissen, verstehen’; sie ist noch erkennbar in den unter kennen, kühn, kund, Kunst behandelten Wörtern.
Bereits in mhd. Zeit wird das Tw. im Sinne von mhd. mügen (s. mögen) auf erlernte Fertigkeiten bezogen und entwickelt so die heute geläufige Bedeutung ‘vermögen, imstande sein, die Fähigkeit zu etw. haben’.