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kallen

aus AufEinWort, der freien Forschung

kall-en

KALLEN[1], schreien, laut oder viel reden u. ä., ein der schriftsprache verlorenes wort; ahd. challôn 'exsultare, garrire, convitiari, effari', mhd. kallen (auch laut singen, von vögeln); mnl. callen plaudern, laut reden (z. b. altd. bl. 1, 211), nnl. kallen (bei Kil. loqui, sermocinari, confabulari); altfries. kella nennen, ags. ceallian schreien, noch engl. call rufen, nennen; altn. kalla wie ags. engl. (kallari herold), auch reden, sagen, norw. schwed. kalla rufen, berufen (kall beruf, dän. kald) nennen. dän. kalde. bei uns nur noch mundartlich (s. am ende), aber nicht md. und nd. Der zusammenstellung mit gr. καλέω rufe, lat. calāre, gael. callan geschrei, geschwätz, litt. kalba rede, gerede widerstrebt die mangelnde lautverschiebung, man müszte denn schallen und schellen herzu ziehen und abfall eines S annehmen dürfen. anklingend ist auch galm, gellen, und wenn das l urspr. r wäre, kerren.

Kallen ist noch im 15. 16. jh. ziemlich häufig, haupts. in der bed. laut oder viel reden u. ä., von plaudernden menschen, oder von übermütigen, eifernden, spottenden, auch von verläumdern, nachrednern (vgl. kallhart); daneben für schreien und für reden überhaupt, aber nicht trans. ...

  1. ↑ KALLEN“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/23, <https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=K00698>, abgerufen am 05.02.2024.