konditionieren
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konditionier-en lat.-deu. Nwf. konditionier
▷ Kondition-ier lat.-frz.-eng.-deu. a.s. '(Etwas oder Jemand) in einen Zustand versetzen; 'zur Zusage, Zustimmung bringen'; 'gefügig, gehorsaam machen'
| Person | Wortform | ||
|---|---|---|---|
| Präsens | ich | konditioniere | |
| du | konditionierst | ||
| er, sie, es | konditioniert | ||
| Präteritum | ich | konditionierte | |
| Konjunktiv II | ich | konditionierte | |
| Imperativ | Singular | konditionier! | |
| Plural | konditioniert! | ||
| Perfekt | Partizip II | Hilfsverb | |
| konditioniert | haben | ||
Alle weiteren Formen: Flexion:konditionieren
| |||
| Worttrennung: kon·di·ti·o·nie·ren,
Präteritum: kon·di·ti·o·nier·te, Partizip II: kon·di·ti·o·niert Aussprache: IPA: [kɔndit͡si̯oˈniːʁən] | |||
Bedeutungen:
- [1] Verhaltenswissenschaft, Psychologie: einen Lernprozess durchführen, bei dem jemand lernt, auf einen zweiten Reiz (zum Beispiel einen Klingelton) zu reagieren, der einen ersten Reiz (zum Beispiel das Füttern) ersetzt hat
- [2] Technik: Material vor dem Einsatz vorbereiten; gewisse Grundeigenschaften (zum Beispiel den Grad der Trockenheit) herstellen
Herkunft:
- etymologisch:
- [1] nach dem gleichbedeutenden englischen Verb condition → en[1]
- [2] von gleichbedeutend französisch conditionner → fr entlehnt[1]
- strukturell:
- Derivation (Ableitung) zum Stamm des Substantivs Kondition mit dem Derivatem (Ableitungsmorphem) -ier und der Flexionsendung -en
Sinnverwandte Wörter:
- [1] abrichten, dressieren, drillen, einbimsen, einnorden, einüben, trainieren
- [2] einrichten, präparieren, vorbereiten
Unterbegriffe:
- [1] abgewöhnen, angewöhnen
Beispiele:
- [1] „Auf die Darbietung von Futter, einem unbedingten Reiz, folgt Speichelfluss (unbedingte Reaktion), auf das Ertönen eines Glockentons (neutraler Reiz) nichts. Wenn aber der Glockenton wiederholt in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Anbieten von Futter erklingt, reagieren die Hunde schließlich auf den Ton allein mit Speichelfluss.“[2] Dieses Phänomen nennt man Konditionieren.
- [1] Üben heißt, sich immer wieder selbst zu konditionieren.
- [1] „Ein beliebter Streich von Psychologiestudenten ist ein Spiel, das man „Konditioniert den Professor“ nennen könnte.“[3]
- [1] „Als Projektionen des Wünschenswerten konditionieren sie die Interaktionen im sozialen Prozeß.“[4]
- [1] Wir sind inzwischen darauf konditioniert, auf Mitteilungen eine unmittelbare Reaktion zu erwarten.
- [2] Die Proben werden vor den Tests konditioniert, d. h. sie hängen alle nebeneinander 24 Stunden bei 65% Raumfeuchtigkeit und 20 Grad Celsius.
Charakteristische Wortkombinationen:
- [1] jemanden oder etwas konditionieren, auf etwas konditioniert sein
Wortbildungen: