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kontra

aus AufEinWort, der freien Forschung

kontr- + -a | Ustw. urspr.-eigtl. "miteinander gegen, wider, daher entgegen",  bedingt daher zwei sich einander entgegen stehendes oder entgegen gestelltes", "sich einem entgegenstellendes" Dasein, oder dementsprechende Daseinszustände. 

Wbg. kontra "entgegen", zu konter "gegen, wider", entsprechend intra "innen, innerhalb" zu inter "zwischen, entlang", extra "außerhalb, außerdem" zu exter "außen"...

‘dagegen’, Vhnw. ‘gegen’ ist in beiden Verwendungen gelehrte Übernahme von lat. contrā Ustw. ‘gegenüber, dagegen, umgekehrt’, Vhnsw. ‘gegenüber, gegen, abweichend von’ (der Wortform nach Woherfall Einz. Fem. des Komparativstammes ital. *comtro-, gebildet zu dem in lat. cum, com- vorliegenden Wort, s. kon-).

Es erscheint seit dem 16. Jh. in dt. Texten, bewahrt jedoch bis in neueste Zeit die lat. Schreibung. Aus der Sprache der Juristen und Philosophen (hier häufig in der Gegenüberstellung pro und contra ‘dafür und dagegen’) gelangt es bald in den allgemeineren Sprachgebrauch, besonders als Ausdruck des Kartenspiels (18. Jh.; vgl. frz. faire contre ‘beim Spiel dagegenhalten’, 17. Jh.) sowie der Fechtkunst.

Die Hptwbg. Kontran. ‘das Wider, Widerstand, Gegenansage im Kartenspiel’ wird im 18. Jh. üblich, vgl. das Pro und das Kontra einer Sache ‘für eine Sache und gegen sie sprechende Gründe’. Der modernen Alltagssprache angehörende Wendungen sind jmdm. Kontra (auch kontra) geben ‘sich jmdm. widersetzen’ (wohl aus dem Skatspiel) und kontra sein ‘sich ablehnend verhalten’.

kontra- Präfix‘gegen-, wider-’ findet sich entsprechend lat. contrā- (Wortbildungssform des Ustw lat. contrā, s. kontra) und dem daraus hervorgehenden ital. contra- vom Frühnhd. an in meist begrifflicher gebrauchten Entlehnungen aus dem Lat. bzw. Mlat. (z. B. Kontraindikation, Kontrapunkt, Kontrazeption, kontradiktorisch, kontrasignieren) oder dem Ital. (z. B. Kontrabaß, Kontrafagott). Zu lat. contrō- (in lat. contrōversia, contrōversus) s. Kontroverse.

Neben kontra- steht gleichbed. konter- (vereinzelt schon mhd. kunter-, s. Konterfei) für frz. contre- (dieses ebenfalls aus lat. contrā-) in Bildungen, die dem Frz. entstammen (z. B. Konteradmiral, Konterbande, Konterrevolution), in der Fachsprache gelegentlich auch vor dt. Hptw. (z. B. Kontermutter; dagegen Konterschlag zu kontern). Verwandt sind ferner Kontrast, Kontrolle, konträr.