letz
Erscheinungsbild
- letzen Vb. ‘(sich) erquicken, laben’.
- Das gemeingerm. (im Nhd. nur noch dichterisch gebrauchte) Verb
- ahd. lezzen ‘aufhalten, hemmen, hindern’ (10. Jh.). ‘verletzen’ (11. Jh.;
- vgl. gilezzen ‘verletzen, schädigen’, 9. Jh., ‘aufhalten’, um 1000),
- mhd. letzen, auch ‘zu Ende bringen, Freundlichkeit erweisen, erfrischen, sich erholen, sich verabschieden’,
- asächs. lettian ‘ablassen, hemmen’,
- mnd. letten ‘aufhalten’,
- mnl. nl. letten,
- aengl. lettan,
- engl. (älter) to let ‘verhindern’,
- anord. letja ‘abhalten, hindern’,
- got. latjan ‘aufhalten’
- ahd. lezzen ‘aufhalten, hemmen, hindern’ (10. Jh.). ‘verletzen’ (11. Jh.;
- ist faktitiv zu dem unter lässig (s. d.) behandelten, heute veralteten Adjektiv laß ‘matt, müde, schlaff’ gebildet,
- bedeutet also eigentlich ‘matt, müde, schlaff machen’ (s. verletzen).
- Aus ‘aufhalten, hemmen’ entwickelt sich in mhd. Zeit ‘ein Ende machen’,
- reflexiv ‘sich verabschieden’ und,
- da der Abschied oft in feierlicher Weise begangen wird, ‘sich zum Abschied gütlich tun’,
- daraus ‘sich laben, erquicken’ (besonders 18. Jh.).
- Zu mhd. letzen steht das Substantiv mhd. letze ‘Hemmung, Hinderung, Ende, Abschied, Abschiedsgeschenk, -trunk’, vgl. die Fügung zuo, ze letze ‘zum Abschied’.
- reflexiv ‘sich verabschieden’ und,