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parieren

aus AufEinWort, der freien Forschung

parieren1 | parier + -en | Tw. ‘einen gegnerischen Angriff abwehren’. Das seit Mitte des 15. Jhs. als Fachwort der Fechtkunst im Sinne von ‘einen Hieb oder Stoß des Gegners abwehren’ bezeugte, dann in die Allgemeinsprache übergehende Tw. ist entlehnt aus ital. parare bzw. mfrz. frz. parer in seinen Bedeutungen ‘abwehren, einen Angriff parieren, schützen’, eigentlich (afrz. frz. ital.) ‘herrichten, schmücken’, zurückgehend auf lat. parāre ‘zubereiten, bereiten, Vorkehrungen treffen, sich verschaffen, erwerben’. Dazu Parade1.

Paria m. Angehöriger einer niederen Kaste von Landarbeitern, Tagelöhnern in Südindien, in Europa Bezeichnung für ‘kastenloser oder der niedrigsten Kaste angehörender Inder’, übertragen ‘aus der menschlichen Gesellschaft Ausgestoßener, Entrechteter, Verachteter’, im Dt. seit Ende des 18. Jhs. bekannt (vgl. Pareier Plur., 1787), entlehnt über frz. paria, engl. pariah aus angloind. parriar, pariah, der Bezeichnung für die niederste Kaste in der Hierarchie der Hindus. Zugrunde liegt Tamil paṛaiyar (Plur.) ‘einer niederen Kaste angehörende Trommelschläger bei gewissen Hindufestlichkeiten in Südindien’, zu paṛai ‘große Trommel’.

parieren2 | parier + en | Tw. ‘ein Pferd durch reiterliche Hilfen in eine langsamere Gangart übergehen lassen oder zum Stehen bringen’ (16. Jh.), zunächst wohl aus gleichbed. ital. parare, dann aus frz. parer, die diese Bedeutungen aus span. parar ‘anhalten, aufhalten, zum Stehen bringen’ (ebenfalls auf lat. parāre zurückgehend) erhalten haben. Dazu Parade2.