petzen
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petzen
petzen1 Vb. ‘angeben, verraten’ (bei Lehrern, Eltern),
- 00studentensprachlich (Ende 18. Jh.), zunächst auf Halle beschränkt,
- dann über md. Universitätsstädte (seit Mitte 19. Jh.) allenthalben in der Sprache der Studenten und Schüler verbreitet;
- Herkunft unsicher.
- Vielleicht aus
- rotw. petzen, pezetten ‘bei der Polizei angeben, anzeigen, verraten’
- (zu jidd. Peizaddik, Pezet ‘Polizei’,
- das aus pe, der jidd.Bezeichnung für p, und zadik, der Bezeichnung für z, entstanden ist,
- vgl. Wolf Rotw. 241);
- rotw. petzen, pezetten ‘bei der Polizei angeben, anzeigen, verraten’
- oder zu Petzer ‘Hündin’ (unbekannter Herkunft), eigentlich wohl ‘Verbellerin’ (Ende 15. Jh.), unter dessen Einfluß auch Petze f. ‘Verräter(in), Angeber’ (Ende 19. Jh.) entstanden sein kann.
- Vielleicht aus
pfetzen, 2petzen Vb. westd. (mit wechselndem Anlaut in breiter Bedeutungsentfaltung), mit den Fingern ‘zusammendrücken, zwicken, kneipen, klemmen, stechen, ritzen’, (von Hunden, Ameisen) ‘beißen’, (mit einer Zange) ‘kneifen, zwacken’, (einen Fahrschein) ‘knipsen, lochen’, (mit glühender Zange) ‘foltern’, (bildlich) ‘belästigen, necken, übel reden, ärgern, tadeln, schmähen, verspotten, strafen’, mhd. phetzen ‘berühren, kitzeln’.
Herkunft ungewiß.
Die Lautverschärfung (im Wortinneren -tz- und im Anlaut oft pf-) legt nahe, das Verb lautmalend an einen expressiven Wortstamm *pīnts- (auch *pīts-, *pits-) ‘greifen, kneifen’ anzuschließen (s. auch Pinzette).