Zum Inhalt springen

q

aus AufEinWort, der freien Forschung

q

Phö. 19 𐤒 qōf, Qoph

Ara. 19 ק Qoph (Unschrift k)

Gri.

Etr.

Lat. 17 Q, q

Rune

Dt. 17 Q, q

  • Ursprung
    • Qoph ist ein Konsonant, der sich von der stark stilisierten Darstellung eines sitzenden Affen mit herabhängendem Schwanz oder von einer Nähnadel mit Öhr herleitet. Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Qoppa, der aber nur für seinen Zahlwert 90 beibehalten wurde. Lateinische Entsprechung: Q.
    • /q/ is a sound common to Semitic languages, but not found in many European languages.[a] Some have even suggested that the form of the letter Q is even more ancient: it could have originated from Egyptian hieroglyphics.[5][6]
    • Ob der Buchstabe bereits in der protosinaitischen Schrift auftauchte, ist umstritten. Wenn das der Fall ist, so ist die Frühform des Qs wohl ein Symbol, das wie eine 8 aussieht. Der früheste mit Sicherheit identifizierte Vorläufer ist der Buchstabe Qoph im phönizischen Alphabet. Dieser Buchstabe hat bereits starke Ähnlichkeiten mit dem lateinischen Q. Als Begründung für das Aussehen des Qophs gibt es zwei Theorien: Basierend auf dem akrophonischen Prinzip könnte der Buchstabe seinem Namen (qoph bedeutet „Affe“) nach die Rückenansicht eines Affen darstellen, der Strich dessen Schwanz. Eine andere Möglichkeit wäre, dass das Symbol einen menschlichen Kopf mit Hals darstellt. Bei den Phöniziern hatte Kof den Lautwert /q/ für den stimmlosen uvularen Plosiv. Die Lautung des [q] entspricht einem k, das im Rachen (am Zäpfchen, der Uvula) ausgesprochen wird.
    • Die Griechen übernahmen den Buchstaben als Qoppa in ihr Alphabet und veränderten ihn so, dass die vertikale Linie nicht mehr durchgezogen wurde. Da Griechisch den Laut /q/ nicht enthielt, benutzten sie das Qoppa für den /k/-Laut vor den Hintervokalen /o/ und /u/, während sie /k/ vor den übrigen Vokalen mit Kappa schrieben. Weil sich zwei Buchstaben für ein Phonem als redundant erwiesen, wurde das Qoppa früh abgeschafft und blieb nur noch als Zahlzeichen für 90 in Gebrauch.
      • In Greek, qoppa (Ϙ) probably came to represent several labialized velar stops, among them /kʷ/ and /kʷʰ/.[7] As a result of later sound shifts, these sounds in Greek changed to /p/ and /pʰ/ respectively.[8] Therefore, qoppa was transformed into two letters: qoppa, which stood for the number 90,[9] and phi (Φ), which stood for the aspirated sound /pʰ/ that came to be pronounced /f/ in Modern Greek.[10][11]
    • Als die Etrusker das griechische Alphabet übernahmen, war das Qoppa noch in Gebrauch und wurde so auch in das altitalische Alphabet übernommen. Der Buchstabe V konnte bei den Etruskern sowohl den Lautwert /β/ als auch /u/ haben, und die etruskische Sprache enthielt beide Lautfolgen /kβ/ und /ku/. Um dazwischen unterscheiden zu können, verwendeten die Etrusker entsprechend der griechischen Praxis den Buchstaben Q um /k/ vor /u/ wiederzugeben (ein /o/ gab es im Etruskischen nicht). Neben dem K, das vor /a/ verwendet wurde, und dem aus dem griechischen Gamma hervorgegangenen C (das Etruskische kannte keine stimmhaften Konsonanten), das vor /e/ und /i/ verwendet wurde, hatte das Etruskische also auch einen dritten Buchstaben mit dem Lautwert /k/.
      • The Etruscans used Q in conjunction with V to represent /kʷ/, and this usage was copied by the Romans with the rest of their alphabet.[4] In the earliest Latin inscriptions, the letters C, K and Q were all used to represent the two sounds /k/ and /ɡ/, which were not differentiated in writing. Of these, Q was used before a rounded vowel (e.g. ⟨EQO⟩ 'ego'), K before /a/ (e.g. ⟨KALENDIS⟩ 'calendis'), and C elsewhere.[12] Later, the use of C (and its variant G) replaced most usages of K and Q: Q survived only to represent /k/ when immediately followed by a /w/ sound.[13]
    • Über die etruskische Vermittlung gelangte das Q auch in das lateinische Alphabet, lediglich der untere Strich wanderte mit der Zeit nach rechts. Anfangs folgte man der etruskischen Praxis und schrieb z. B. PEQUNIA für pecunia („Geld“). Später ging man dazu über, das /k/ nur noch mit C zu schreiben. Das Q behielt man aber in der Buchstabenkombination <QV> (= <QU>) bei, um den Laut [kʷ] schreiben zu können. Dieser war aus dem urindogermanischen Labiovelar hervorgegangen und stellte im Lateinischen nicht einfach eine Verbindung aus [k] und [w], sondern ein eigenständiges Phonem dar. Wie sich unter anderem aus den metrischen Regeln der Dichtung ergibt, wurde das [kʷ] auch als eigenständiger Laut aufgefasst. Deshalb war es auch folgerichtig, für ihn eine spezielle Schreibweise zu verwenden. So konnte qui [kʷiː] („wer“) von cui [ˈkui] („wem“) unterschieden werden.
  • Verwendung
    • In den meisten Sprachen kommt das Q – von Eigennamen abgesehen – nur im Digraphen QU vor, im Deutschen hat diese Buchstabenverbindung den Lautwert /kv/.
    • In vielen Sprachen, die mit dem lateinischen Alphabet geschrieben werden, ist aus historischen Gründen das Graphem <QU> für <KV> oder <KW> erhalten geblieben, obwohl es in diesen Sprachen kein eigenständiges Phonem darstellt. Im Deutschen wird der Digraph <QU> als [kv], in vielen anderen Sprachen, etwa dem Englischen als [kw] ausgesprochen. In einigen romanischen Sprachen (Französisch, Spanisch, Portugiesisch) verwendet man <QU> für den /k/-Laut vor den Vordervokalen /e/ oder /i/ (Beispiel: Québec).
    • „Die schon im (fränkisch-)ahd. auftretende schreibung qu ist dem lateinischen alphabet entnommen (q ist kein deutscher buchstabe. …) und entspricht dem goth. doppelconsonanten kv d. i. kw (wofür Vulfila ein einfaches, in der transscription gewöhnlich mit q wiedergegebenes schriftzeichen hat, ähnlich wie für das dem lat. qu etymologisch entsprechende hv), das sich im ahd. regelrecht zu chw (chuu, chu, qhu, quh, qu, …) verschiebt, im mhd. und nhd. aber vollständig auf die stufe der ersten lautverschiebung zurückkehrt, denn qu lautet wie (goth.) kw, welche schreibung sich neben qu bis ins 17. jahrh. erhalten hat …“ – Grimmsches Wörterbuch

q, Q

[✐ | ✎]
[1] Q, der siebzehente Buchstabe des Deutschen Alphabetes und der dreyzehente unter den Consonanten, welcher dem k in seinem Laute völlig gleich ist, nur daß er allemahl ein w nach sich hat, welches in diesem Falle aber durch ein u ausgedruckt wird. Qual, quer, Quitte, wie Kwal, kwer, Kwitte.

Sonderbar ist es freylich, daß es in unserer Sprache einmahl eingeführet ist, den Laut Kw durch Qu auszudrucken, und es wäre so wohl um der Gleichförmigkeit willen, als zur Erleichterung der Abstammung zu wünschen, daß dafür kw eingeführet werden könnte, wie schon von mehrern, ogleich ohne Erfolg, versucht worden. Die Lateiner, welche in ihrem Alphabete weder ein k noch ein w hatten, druckten das kw durch qu aus, und als die Deutschen das Lateinische Alphabet annahmen, so behielten sie diesen Ausdruck bey, ungeachtet sie sehr früh auch das k aus dem Griechischen entlehnten, und nach und nach auch das w, welches sie anfänglich durch ein uu ausdruckten, einführeten. Das Lateinische Q aber ist allem Ansehen nach ein Überbleibsel des Phönizischen und Hebräischen ק, Kuf, oder vielmehr richtiger Quf, welches schon seinen Blaselaut bey sich führete, welchen die Lateiner zum Überflusse noch besonders ausdruckten, QV und in der kleinern Schrift qu; da sie gar füglich auch qe, qia, qot, hätten schreiben und dennoch kwe, kwia, kwot, sprechen können.

Man hat ehedem gestritten, ob der Buchstab, welcher dem Q folget, der Selbstlaut u oder der Mitlaut v sey. Gottsched behauptete das erstere, und einige seiner Gegner das letzte. Beyde Theile hatten aber Unrecht; denn der Aussprache nach ist es ein w, obgleich die Figur theils nach dem Vorgange der ältern Lateiner, welche das v und w in der kleinen Schrift durch u ausdruckten, theils aber auch der ältern Deutschen, welche statt des w ein doppeltes u schrieben, ein u ist. So heißt die Gurgel bey dem Raban Quuerca, Schwed. Qvarka. Aus demjenigen, was sogleich von der Etymologie gesagt werden wird, wird noch deutlicher erhellen, daß das u nach dem q nichts anders ist, als der gelinde Blaselaut w.

Im Deutschen findet sich das qu, oder, wie ich auf einen Augenblick um der Deutlichkeit willen schreiben will, kw, nur zu Anfange der Wörter, und wenn man dem Ursprunge dieser Wörter nachgehet, so wird man mehrmahls finden, daß einer von beyden Buchstaben ein müßiger oder höchstens verstärkender Vorschlag ist, ob es gleich auch Fälle gibt, wo das kw wesentlich ist, weil es zur genauen Bezeichnung des Schalles unentbehrlich ist, wie in quetschen, quietschen u.s.f. In andern hingegen muß man entweder das k oder das w wegwerfen, wenn man auf den wahren Ursprung des Wortes kommen will; theils, weil manche Mundarten dem l, r und w überaus gern einen Hauch- oder Gaumenlaut vorsetzen, wie Hhludouicus, hwer, hwas, theils aber auch, weil in andern Mundarten der Gaumenlaut gern einen Blaselaut nach sich hat. Beyspiele werden sogleich folgen. So sind das Lat. quartus und unser vierte sehr genau mit einander verwandt, indem jenes bloß das k oder q vor den Blaselaut gesetzt hat. So auch qualis und welcher, quis, quem, quod, und wer, wem, was, Nieders. wat, ehedem hwat, quando und wenn, ehedem hwanne, und andere mehr. Das alte quick, [2] lebendig, mit seinen Ableitungen erquicken, Quecksilber u.s.f. stammet von wegen, wecken, wackeln ab, und bey dem Ulphilas ist quīvan leben, Lat. vivere, weben, in der alten Bedeutung. Für Qualm sagen die Holländer nur Walm, und quabbeln ist von wabbeln gebildet. Statt dieses unwesentlichen q haben andere Mundarten in manchen Wörtern ein d oder s. Für quer sagen einige Niederdeutsche dwer, Engl. thwart, Angels. thweor, und einige Hochdeutsche zwerch; qualmen heißt im Schwed. dvala, Qualm im Nieders. Dwalm, Quehle in andern Mundarten Dwehle und Zwehle.


In andern hat der Gaumenlaut den Blaselaut an sich genommen. So stammet das Latein. Inquilinus von colere, Coctio, und Coculum von coquere und qaerere und querisind augenscheinlich mit unserm alten gören, köhren, verwandt. Für kommen sagte man ehedem queman, daher unser bequem. Qual heißt bey dem Notker ohne Blaser nur Chala. Rabans Quuerca, das Schwed. Qvarka, das Finnische Curcku, und Isländische Kuerkur, ist unser Gurgel. Für das veraltete queden, sprechen, sagten die ältesten Lateiner zu Ennii und Pacuvii Zeiten cedere (sprich kedere, denn das Latein. c lautete wie ein k.) Unser Quendel ist von dem Lat. Cunila, das alte noch Niederdeutsche Quene, Engl. Queen, Schwed. Qvinna, ist mit dem Griech. γυνƞ verwandt, anderer zu geschweigen. Die heutigen Franzosen sprechen das qu gleichfalls nur wie ein einfaches k aus.

Übrigens schrieben die alten Gothen unser heutiges qu ohne u mit einem bloßen q, und die Angelsachsen mit cv oder cu. Die heutigen Schweden, denn die ältern gebrauchten dafür ein bloßes k, schreiben qv, die Isländer in vielen Fällen kv, und die Walliser chw.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 873-874.
Lizenz:
Faksimiles:
873 | 874