regelmäßig
Regel–mäßig Adj. ‘nach bestimmten Regeln geordnet, gleichmäßig’ (2. Hälfte 17. Jh.), adverbiell ‘in gleichbleibendem Turnus wiederkehrend, immer’ (Ende 18. Jh.); jur. als der Regel gemäß (ohne Ausnahme);
- Juristische Fachsprache: regelmäßig wird im engeren Wortsinn als der Regel gemäß (wenn also keine Ausnahme greift) verstanden, in der Umgangssprache eher als zeitlich gleichmäßig wiederkehrend oder häufiger; Beispiel: „dieser Umstand für sich begründet regelmäßig keine Haftung.“
- jur. regelmäßig wird im engeren Wortsinn als der Regel gemäß (wenn also keine Ausnahme greift) verstanden, in der Umgangssprache eher als zeitlich gleichmäßig wiederkehrend oder häufiger; Beispiel: „dieser Umstand für sich begründet regelmäßig keine Haftung.“
REGELMÄSZIG, adj. und adv.[1]
regelmasz (s. d. nr. 1) habend oder ihm entsprechend: regelmäszig, normalis, regularis, regulariter 1577; regelmäszig, ad regulam, juxta praecepta 2, 100ᶜ; in bezug auf richtig errichtete oder abgetheilte körper oder dinge: ein kluger feldherr musz seine völker nicht allezeit in regelmäszige haufen und zierliche ordnung stellen, sondern sich nach dem platze und der gelegenheit richten. 201; ein regelmäszig gebautes haus. ein regelmäsziges viereck. Campe; hier ist also der bau eines perioden so regelmäszig bestimmt, dasz, nach der arabischen prosodie zu reden, jedes wort einen pfosten und säule ausmacht, der eben hier an seinem orte stehet. zur litt. 1, 87; regularis, regelmäszig, was mit den übrigen theilen gleiches verhältnis hat. 4, 1138; regelmäsziger bergkrystall. 8, 47ᵃ; in bezug auf dinge, die einer bestimmten vorschriftoder richtschnur entsprechen: ein regelmäszig gebauter körper; ein regelmäsziges schauspiel. Adelung; ein regelmäsziges leben, nach den regeln der gesundheit; sich regelmäszig verhalten; daher ein regelmäsziger mensch, der so lebt oder sich verhält; regelmäsziger durchgang, in der musik, wenn eine durchgehende note hinter der harmonischen hauptnote folgt. 5, 421ᵇ; noch ist von der conjugation überhaupt zu merken, dasz sie entweder regelmäszig oder unregelmäszig heiszt. deutsche grammatik (1821) 197; viele oden nach regelmäszigem schnitt. zur litt. 2, 128; Gabriel prüfte noch einmal ihre (verdächtiger hunde) fähigkeiten im fressen und saufen, sie erwiesen sich durchaus als regelmäszige, wenn auch nicht durch leibesschönheit ausgezeichnete hunde. handschr. 1, 182; in bezug auf zeitliches, was in gewissen festen abständen gleichförmig wiederkehrt: sein regelmäsziges essen, regelmäszige arbeit und ruhe haben; regelmäszig mittags um zwölf uhr verläszt er sein haus, um einen spaziergang zu machen; der reiche goldene tribut, der nun erst anfieng, regelmäszig und sicher aus Westindien einzulaufen. hist.-krit. ausg. 7, 64; über ihr schlug es an den stamm mit regelmäszigem klopfen, als wenn ein schlimmes waldgespenst an das holz ihrer hütte anpochte. soll u. haben 2, 210; indem .. der buttertopf überall seinen grund durchblicken liesz. dieses durchblicken des grünen topfbodens war eine so regelmäszige jährliche erscheinung, wie irgend eine am himmel, und verwandelte ebenso regelmäszig eine zeit lang die kühle, kümmerlichstille zufriedenheit der familie in eine wirkliche unzufriedenheit. leute von Seldwyla 1, 8.
Einzelnachweise
- ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1887), Bd. VIII (1893), Sp. 501, Z. 67.