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reißen

aus AufEinWort, der freien Forschung

reiß + -en | ‘entzwei-, auseinandergehen, gewaltsam (in einzelne Teile) auseinandertrennen, an etw. ziehen, zerren, sich teilen, trennen, lösen, (von Raubtieren) ein Beutetier töten’, rückbeziehend ‘sich ritzen, sich verletzen’, ahd. rīʒan ‘einritzen, schreiben’ (9. Jh.), mhd. rīʒen ‘reißen, zerreißen, einritzen, schreiben, zeichnen’.

reiß,reiße,reißt,reißend,reißte,riß,gerissen,

reißen bedeutet ursprünglich ‘ritzen’, speziell ‘(Runenzeichen, Zeichen auf Buchenstäbchen einritzen’, dann ‘schreiben, zeichnen’ und (an ‘ritzen, einschneiden’ anschließend) ‘gewaltsam trennen’,

asächs. wrītan ‘zerreißen, verwunden, einritzen, schreiben’, mnd. wrīten ‘reißen, schreiben, zeichnen’, mnl. rīten, nl. rijten, aengl. wrītan ‘einritzen, reißen, schreiben, zeichnen’, engl. to write ‘schreiben’, anord. rīta ‘einritzen, schreiben’.

Sichere außergerm. Beziehungen finden sich nicht. Man versucht, im Hinblick auf grie. rhīnós ‘Haut von Mensch und Tier, besonders Rindshaut, der aus Rindshaut hergestellte Schild’, rhī́nē (ῥίνη, aus *u̯rīnā) ‘Feile, Raspel’ die ger. Formen an eine Zahnlautableitung zu uig. *u̯rei-, *u̯rī-, Erweiterung der Ww. uig. *u̯er- ‘aufreißen, ritzen’, anzuschließen; s. auch reizen, Riß, ritzen.