reif
reif | rei + f | Egsw. ‘im Wachstum voll entwickelt und daher geeignet zur Ernte, erwachsen, erfahren, seelisch ausgeglichen, genügend vorbereitet’, ahd. rīfi, rif (8. Jh.), mhd. rīfe, rif,
asächs. rīpi, rīp, afries. rīp, mnd. mnl. aengl. rīpe, engl. ripe, nl. rijp (wger. *reipi-) gehört wohl zu einem in aengl. rīpan ‘mähen, ernten’ vorliegenden starken Tw., wozu engl. (schwach beugend) to reap ‘mähen, ernten’; vgl. auch aengl. rīp ‘Ernte’, riftre, riftere ‘Schnitter’, reopa ‘Garbe’.
Das Egsw. bedeutet also eigentlich ‘was geerntet werden kann’. Man kann vielleicht die unter Riffel genannten Wortformen heranziehen und an eine Lippenlauterweiterung uig. *reib- der unter Rain angegebenen Ww. uig. *rei- ‘ritzen, reißen, schneiden’ anknüpfen.
Ursprünglich auf Ähren und Früchte bezogen, die so weit sind, daß sie geschnitten bzw. eingesammelt werden können, wird reif dann auf alles übertragen, was zum Abschluß einer Entwicklung gelangt ist.