sammenen
SAMMENEN, SAMNEN, SAMMEN, verb.[1]
colligere, im nhd. durch das jüngere sammeln (s. dieses) verdrängt. erhalten hat sich das part. prät. gesamt fürgesammet, gesamnet. ahd. samanôn Graff 6, 38, alts. samnôn, ags. samnjan, somnjan, samnode, altn. samna, samnađa, mhd. samenen, mnd. samenen, sammen Schiller-Lübben 4, 19ᵇ. sammen colligere Dief. 132ᶜ. nim die rut und samen das volk. bibel von 1483 (4 Mos. 20, 8); so man solichs gelt sammen und einpringen will. Tucher baumeisterb. 232, 11; nach ires mannes tod sammet sie eine grosze summe gelts. Albr. von Eybe 7ᵃ (vgl.17ᵃ. 46ᵇ); (die feuchte) sammet sich also von tag zu tag. Ortolf arzneib. (1477) 45ᵃ. samben neben sammen wiesamblen neben sammlen: der milch rahn, so sich oben auff der milch sambet. Corvinus fons latin. 1, 179. rechtsformel mit sammender hand, sammenden händen bei einer gemeinsamen rechtshandlung der betheiligten(s. oben hand theil 4, 2, sp. 359): daʒ wir (mann und frau) virkouffin und virkauft hân myd samendir hand. Niederweiseler urk. von 1337; ich Heintz genant Vinke und Lukart sine eliche husfrauwe burgere zu Wetzlar erkennen uns uffenliche an disme briewe, daʒ wir mit samenden henden dar zuͦ mit willen und wiʒʒen .. verkaufft han. von 1362. mit sampter hand (s. oben hand III, 5 theil 4, 2, sp. 360):
wenn die mir werden wiederstehn,
mit sampter hand mich greiffen an.
Dedekind miles IV, 3.
vereinzelt hat sich das verbum mundartlich erhalten, gewöhnlich durch die beschränkung auf eine besondere bedeutung: nd. saͦm', hausaͦm', heu ernten Liesenberg 190; mit umlaut den tëgen semmen, den zehnten einsammeln. Schambach 190ᵃ. in der Defregger mundart ôsamm, absammeln, mit dem klingelbeutel in der kirche sammeln, krappir samm, krapfen sich von haus zu haus erbetteln. Hintner 205. sammen, aufsammen, die von den schnittern niedergelegten getreidebüschel aufnehmen und in garben binden. Schm. 2, 276. Hugo v. Trimbergschrieb ein büchlein der samner (Renner 24, 549 ff.).
- ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 1744, Z. 25.