schalten
schalt + -en | ‘mit etw. umgehen, herrschen, wirtschaften, einen Hebel, Schalter betätigen’.
Das ursprünglich stark beugende (reduplizierende) Tw. ahd. scaltan ‘(ein Schiff) stoßen, schieben, fortbewegen’ (9. Jh.), mhd. schalten, schalden ‘mit der Stange fortstoßen, mit dem Ruder in Bewegung setzen, entfernen, vertreiben, trennen’, asächs. skaldan
läßt sich vielleicht über das zugehörige ahd. scalta (10. Jh.), mhd. schalte ‘Stange zum Fortstoßen des Schiffes’, wenn ursprünglich ‘abgeschnittene Stange’, auf eine Bildung mit Zahnlautendng zur Ww. uig. *(s)kel- ‘schneiden’ zurückführen (wozu auch Schild1 und Schale1, Schale2).
Schwache Beugung begegnet zuerst im Md. des 14. Jhs.; sie wird vom 16. Jh. an vorherrschend.
Wohl unter Einfluß von walten setzt sich im 16. Jh. auch die übertragene Bedeutung ‘lenken, leiten, herrschen, wirtschaften’ durch, vgl. formelhaftes schalten und walten (16. Jh.).
Ausgehend von der Bedeutung ‘eine Stange, einen Pflock oder Hebel betätigen’ und unter dem Einfluß von Schalter (s. unten) gewinnt in neuerer Sprache im technischen, zumal elektrotechnischen Bereich schalten mit seinen Präfixbildungen wie ab-, aus-, ein-, umschalten weite Verbreitung.
schalt,schalte,schaltend,geschaltet,schaltete,schalteten,