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scientia recte loquendi et poetarum enarratio

aus AufEinWort, der freien Forschung

recte loquendi scientia ist ein lateinischer Begriff, der wörtlich „die Wissenschaft vom richtigen Sprechen“bedeutet.

Der Ausdruck stammt ursprünglich aus der antiken Sprachtheorie. Der berühmte römische Rhetoriker Quintilian definierte die Grammatik (damals die gesamte Sprach- und Literaturwissenschaft) in seinem Werk Institutio oratoria als die „scientia recte loquendi et poetarum enarratio“ (die Wissenschaft vom richtigen Sprechen und der Erklärung der Dichter).

Hier sind die wichtigsten Facetten, die im historischen Kontext damit gemeint sind:

  • Regelklarheit und Korrektheit: Es geht um die Beherrschung der sprachlichen Regeln in Grammatik, Rechtschreibung (Orthographie) und Aussprache. Ziel war es, fehlerfrei zu kommunizieren. [1, 2]
  • Abgrenzung zur Rhetorik: In der Antike wurde diese „Wissenschaft des richtigen Sprechens“ strikt von der Rhetorik (bene dicendi scientia – die Wissenschaft vom guten oder wirkungsvollen Reden) getrennt. Während die Grammatik rein auf die fehlerfreie und regelgerechte Sprache abzielte, nutzte die Rhetorik diese Regeln, um Menschen zu überzeugen oder zu bewegen. [1]
  • Bildungsfundament: Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war diese Wissenschaft die Basis der Sieben Freien Künste (im sogenannten Trivium). Wer die „scientia recte loquendi“ beherrschte, besaß das notwendige Fundament für alle weiteren Wissenschaften