seihen
¦∑¦ seih + -en; ¦√¦ *seykʷ- "filtern, sieben";
¦∅¦ ‘durch ein Sieb gießen, filtern’,
seihe, seiht, seihte, seihst, geseiht,
¦↵¦ uig. *sīhwaną, ahd. sīhan (9. Jh., ūʒsīhan, um 800), mhd. sīhen ‘durch ein Sieb gießen’, intransitiv ‘tröpfelnd durch etw. sickern, (aus)fließen’, mnd. mnl. sīen ‘tropfen, rinnen lassen, seihen’, afries. sīa, aengl. sēon ‘ausfließen, tropfen, filtern’, anord. sīa ‘seihen’ (ger. *sīhwan, sīhan) stehen (wohl mit grammatischem Wechsel) neben seigen ‘niedersinken, sich senken’ (s. d.). Verwandt sind versiegen, seichen und sickern sowie aind. siñcáti ‘gießt, gießt aus, begießt’, sḗka ‘das Ausgießen, Samenerguß’, griech. ikmás (ἰκμάς) ‘Feuchtigkeit, Sekret’, serb.-kslaw. sьcati, russ. (älter) scat’ (сцать) ‘harnen’. Bei Annahme eines grammatischen Wechsels im Ger. läßt sich alles zurückführen auf uig. *seiku̯- oder *seik- ‘ausgießen, seihen, rinnen, träufeln’ als Erweiterung der Wurzel uig. *sē-, sēi- *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’ (s. auch sämig, Seife, Sieb).