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selb-

aus AufEinWort, der freien Forschung

selb | 'für sich sein'; 'gleich sich, eigens, für sich'; für sich haben, aus sich heraus haben, hervorgehend, erwachsend; das jeweils zugeordnete oder zugewiesene habend, als oder aus solchem bestehend vglw. selbdritt '(nur) zu dritt (als Einheit seiend);

Selb wird im Verlauf zu selbest, selbst, selber und zusätzlich kommen selbe, selben und selbes im Sinne von "der, die, den, das gleiche ..." auf;

Als selbständiges Wort heute nur noch nach einer mit dem Artikel verschmolzenen Präposition (vgl. zur selben Zeit, im selben Haus, vom selben Stoff, ), sonst in der Zusammenrückung vglw. derselbe, das. Zuvor der Erweiterung von selb wurde selb so verwendet wie heutzutage selbst und selber verwendet wird, sodaß infolge das selb und es verstärkendes -st das selb als alleinstehendes Wort verdrängte und ersetzte; selbe, selben, selbes haben ihren eigenen Bedeutungsumfang;

Das gemeingerm. Demonstrativpronomen ahd. selb (8. Jh.; flektiert selbēr, selbiu, selbaʒ bzw. selbo, selba), mhd. selp,

asächs. afries. self, mnd. sülve, mnl. self, nl. zelf, aengl. engl. self, anord. sjālfr, schwed. själv, got. silba (ger. *selba-)

hat keine sicheren außergerm. Vergleichsmöglichkeiten.

Region um Selb. Ein Adelsgeschlecht, das sich „de Selewen“ nannte, ist seit 1135 nachgewiesen. Der Personenname "Kunradus de Selewen" wird um 1135/1188 urk. genannt und wird abgeleitet von dem Gewässernamen Selb, was soviel heißt wie die "dunkelfarbige Ache"; es liegen noch andere Namensdeutungen vor. Es gibt einige Flüsse, Städte und Regionen die selb als Namen oder erste Silbe im Namen tragen.

Man zieht gewöhnlich venet. selboi-sselboi Mrz. ‘sich selbst’ (vgl. ahd. der sselbselbo ‘der sich selbst gleiche’) heran und denkt an eine Verbindung des Pronominalstammsie. *se- (s. sich) mit dem in Pronominalbildungen auftretenden l-Formans (vgl. lat. tālis ‘so beschaffen, solcher’, quālis ‘wie beschaffen, von welcher Art’), die um die Endung uig. -bho- ‘von der Art des Grundworts seiend, dessen Qualität habend’ (s. Sippe) erweitert ist.

uig. *selh₁-  „nehmen, ergreifen“, *selwā 'besitzen', Variante von helw, von proto-keltisch *selwā „Gewinn“ (woher auch irisch seilbh „Besitz“, von proto-indo-europäisch *selh₁- „nehmen“

Die Zusammenrückung des mit dem bestimmten Artikel verbundenen Pronomens zu derselbe, dieselbe, dasselbe setzt im Spätmhd. ein und ist etwa im 16. Jh. abgeschlossen. Dabei werden beide Kompositionsglieder flektiert, selb- vom 17. Jh. an nur schwach.

¦√¦ uig. *se- ; *s(w)e- “von etwas weg, getrennt”; uig. *selbʰ- "selbst";  hat keine sicheren außergerm. Vergleichsmöglichkeiten

¦↵¦ uger. *selbaz; germ. *selba-; ahd. selb (8. Jh.; flektiert selbēr, selbiu, selbaʒ bzw. selbo, selba), mhd. selp, sëlb, sëlp asächs. afries. self, mnd. sülve, mnl. self, nl. zelf, aengl. engl. self, anord. sjālfr, schwed. själv, got. silba;

From the Old High German pronoun selb, selbo, from Proto-Germanic *selbaz, from Proto-Indo-European *selbʰ- (“one's own”), from *s(w)e- (“separate, apart”). Compare Low German sulv, Dutch zelf, English self, Danish selv.