sieben Zahlenarten
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Die Lehre von den sieben verschiedenen Zahlenarten ist ein zentrales Konzept in der Philosophie des Kirchenvaters Aurelius Augustinus (ausgeführt unter anderem in De vera religione und De musica). Augustinus nutzte sie, um zu erklären, wie die menschliche Seele stufenweise von den materiellen Dingen zu Gott emporsteigt.
Die Stufen oder Arten lauten in aufsteigender Ordnung: [1]
- 1. Die körperlichen Zahlen (Numeri corporales): Die Zahlen, die in den sichtbaren Dingen, im Raum und in der physischen Welt wirken.
- 2. Die gedächtnisgestützten Zahlen (Numeri recordabiles): Die Zahlen und Rhythmen, die durch das Gedächtnis aus der sinnlichen Wahrnehmung bewahrt und abgerufen werden.
- 3. Die sinnesbezogenen Zahlen (Numeri sensuales): Die Zahlen, die die Seele unwillkürlich wahrnimmt, sobald der Körper auf physische Reize reagiert.
- 4. Die fortschreitenden Zahlen (Numeri progressores): Die Zahlen, die in den Bewegungen und in der zeitlichen Abfolge von Handlungen oder Tätigkeiten (z.B. im Tanz oder in der menschlichen Stimme) zum Ausdruck kommen.
- 5. Die auftreffenden Zahlen (Numeri occursores): Die Zahlen, die als Sinneseindrücke (Klänge, Bilder) auf die Seele treffen und dort wirken.
- 6. Die urteilenden oder beurteilenden Zahlen (Numeri iudicales): Die in der Vernunft verankerten, ewigen Prinzipien. Mit ihrer Hilfe bewertet und richtet der Verstand die wahrgenommenen Sinnesdaten nach Maßgabe der göttlichen Ordnung.
- 7. Die geistigen oder weisheitlichen Zahlen (Numeri sapientiales): Die höchste Form der Zahl, die direkt in der Weisheit (Gott) ruht. Sie wird von der gereinigten Seele in der Kontemplation und Schau Gottes erfasst.
Diese Zahlenarten bilden eine Art theologische Stufenleiter, über die sich der Intellekt von der reinen materiellen Messung hin zur geistigen Wahrnehmung der ewigen Wahrheit entwickel
- Werk:Bonaventura (Hattrup)/Cap. II.differentiarum numerorum