siedeln
Erscheinungsbild
siedel-n Vb. ‘seßhaft werden, sich niederlassen, eine Wohnstätte gründen’,
- ahd. gisidalen ‘ansiedeln, ausbreiten’, reflexiv ‘sich niederlassen’ (9. Jh.), sidalen (11. Jh.),
- mhd. sidelen ‘ansässig machen, Wohnsitze errichten’.
- Das nur im Dt. bezeugte, erst in neuerer Sprache auch intransitiv gebrauchte Verb ist zu
- ahd. sidil(l)a ‘Sitz, Stuhl, Wohnsitz’ (11. Jh.),
- mhd. sidel, sidele ‘Sitz, Sessel, Bank’
- bzw.
- ahd. sedal ‘Sitz, Thron, Platz’ (8. Jh.),
- mhd. sedel ‘Sessel, Sattel, Sitz, Land-, Wohnsitz, Ruhesitz, Lager’,
- asächs. seðal,
- aengl. seþel
- gebildet (s. auch Einsiedler)
- und gehört mit den genannten Substantiven zu der unter sitzen angeführten Wurzel ie. *sed- ‘sitzen’.
In frühnhd. Zeit schwindet siedeln aus dem allgemeinen Sprachgebrauch und lebt nur in obd. Mundarten weiter, wird jedoch seit dem 18. Jh. wieder geläufig.