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singulāritās

aus AufEinWort, der freien Forschung

singulāritās Singularität

Der Begriff singularitās (lateinisch für „Einzelsein“ oder „Alleinsein“) leitet sich etymologisch von singulus („einzeln“, „jeweils einer“) und dem Suffix -itas (das Eigenschaften oder Zustände beschreibt) ab. Im mittelalterlichen Gebrauch wandelte sich der Begriff von der bloßen Beschreibung des „Alleinseins“ zu einem vielschichtigen theologischen und philosophischen Fachbegriff: [1, 2, 3, 4, 5]

  • Etymologische Wurzeln: Das lateinische singulus geht auf die indogermanische Wurzel \(*sem-\) („eins“, „zusammen“) zurück. Im klassischen Latein bezeichnete singularitas die Eigenschaft, etwas Einzigartiges oder Abgesondertes zu sein.
  • Theologischer Gebrauch: In der mittelalterlichen Trinitätslehre – beispielsweise in den einflussreichen Sentenzen des Petrus Lombardus – wurde singularitas in Abgrenzung zu unitas (der Einheit Gottes) verwendet. Hier stand der Begriff für eine Einheit, die keinen Vergleich zulässt und absolut sich einzig ist, ohne dabei eine unzulässige Einsamkeit (Isoliertheit) Gottes zu implizieren.
  • Philosophischer Gebrauch: Im sogenannten Universalienstreit tauchte singularis (das Einzelding) als lateinische Übersetzung für den aristotelischen Begriff kath' hekaston auf. Singularitās beschrieb hier ontologisch das je konkrete, unteilbare Einzelding in der Natur im Gegensatz zu allgemeinen Gattungsbegriffen (den Universalien). [, 2, 3, 4]

Weiterführende Informationen zu den ontologischen und theologischen Entwicklungen des Begriffs im Mittelalter finden sich im Historischen Wörterbuch der Philosophie.