spannen
Spann + -en | Vb. ‘etw. straff anziehen, ziehen, dehnen’, intransitiv ‘zu eng, zu straff sein’ (besonders von der Kleidung), reflexiv ‘straff werden’.
Das ursprünglich stark beugende (reduplizierende) Tw. ahd. spannan ‘fesseln, spannen’ (9. Jh.), mhd. spannen ‘dehnen, straff anziehen’, intransitiv ‘sich dehnen, gespannt sein’, asächs. spannan, mnd. mnl. nl. spannen,
afries. spanna, aengl. spannan ‘spannen, festbinden, anfügen’ (ger. *spannan) und das schwach beugende zugehörige Kausativum mhd. mnd. spennen ‘spannen, dehnen’, anord. spenna ‘spannen, festbinden, fügen’, schwed. spänna ‘spannen, schnallen’ (ger. *spannijan) stehen mit Mitlautverdopplung neben dem (in abspenstig, s. d., resthaft erhaltenen) stark beugenden Tw ahd. spanan (9. Jh.), mhd. spanen ‘locken, reizen, antreiben’, asächs. aengl. spanan, afries. spana (ger. *spanan) sowie der unter Spange abgehandelten Kehllauterweiterung.
Diese ein präsensbildendes n aufweisenden Tw. lassen sich ager. mit grie. spā́n ‘ziehen, zerren, reißen, verrenken’, spasmós ‘das Ziehen, Zuckung, Krampf’, air. sēim ‘winzig, mager’, sēime ‘Dünne’ vergleichen, so daß eine Ww. uig. *sp(h)ē(i)- ‘ziehen, spannen’ möglich ist.
Vielleicht ist daran auch uig. *(s)pen(d)- (s. spinnen) anzuschließen. Grundlage der Bedeutung von spannen ist wohl das Straffziehen der Bogensehne.