species impressa
Erscheinungsbild
species impressa "eingeprägte Bild" In der scholastischen Erkenntnistheorie (besonders bei Thomas von Aquin) bezeichnet species impressa das "eingeprägte Bild" oder den ersten Eindruck eines wahrgenommenen Objekts in der menschlichen Seele. Es ist der rein rezeptive, vom Objekt verursachte Anfangsschritt der menschlichen Wahrnehmung, durch den der Geist für den eigentlichen Erkenntnisprozess vorbereitet wird. [1, 2, 3]
Der Erkenntnisprozess läuft nach dieser Lehre in klaren Schritten ab:
- Species sensibilis impressa: Der erste sinnliche Eindruck. Das Sinnesorgan (z. B. das Auge) nimmt einen Reiz von außen auf.
- Abstraktion: Der sogenannte intellectus agens (der aktive Verstand) löst das Wesentliche aus diesem rohen Sinneseindruck heraus.
- Species intelligibilis impressa: Das nun verstandesgemäß aufbereitete Abbild prägt sich dem erkennenden Verstand (intellectus possibilis) ein.
- Species expressa: Das vom Verstand vollständig erfasste Objekt. Der Verstand formuliert nun aktiv den Begriff (conceptus) im Geist. [1, 2, 3, 4]
Die species impressa ist demnach nicht der bewusste Gedanke selbst, sondern das Werkzeug oder die Voraussetzung des Geistes, um einen Gegenstand überhaupt erkennen und begreifen zu können.