studieren
studier + -en | Eigtl. eher "vorantreiben"
Begrifflich fachlich sich in Eigenleistung und Eigenanstrengung eigenverantwortlich um etwas (besonders um einen Wissenschaftszweig) bemühen, sich Fertigkeiten, Kenntnisse, Wissen anzueignen, lernen, zu erforschen suchen; eine Universität oder Fachschule besuchen;
studier,studiere,studierend,studiert,studierte,studierten,studiertem,studierter,studiertes
In älterer Sprache besonders vom Lernen der Lateinschüler, vom Absolvieren einer geschlossenen höheren Schulbildung (15. Jh.), später vom Besuchen einer Universität, vergleiche studiert haben ‘eine Universität besucht haben’, studieren lassen ‘eine Universität besuchen lassen’ (16. Jh.).
Daneben auch ‘sich mit einer Sache beschäftigen, sich intensiv informieren, nachdenken über etwas’, vergleiche in der Mystik ‘nachdenken, meditieren’; in freier Verwendung ‘in das Wesen einer Sache eindringen, forschen’; eine Rolle studieren, einstudieren (vom Schauspieler, 18. Jh.).
zu lat. studeō + -ieren "(sich, jemand, etwas) in einen Zustand versetzen"
studeō "widmen"; "lenke meine Bemühungen oder Aufmerksamkeit (auf)", "strebe danach";
agriculturae studeo ― Ich widme mich der Landwirtschaft;
sacrificiis studeo – Ich widme mich Opfern;
Ich strebe an, tendiere zu, begehre, suche;
Ich hänge an oder befürworte, bevorzuge, unterstütze, Seite mit (normalerweise mit Dativ)
alicui studere – sich auf die Seite von jemandem stellen
(insbesondere Spätlatein, Mittellatein) Ich lerne, ich widme mich dem Lernen von
(Mittelalterliches Latein) Ich kümmere mich, ich denke,
Von Proto-Indo-Europäisch *(s)tewd-, von *(s)tew- „stoßen, schlagen“. vgl. auch schot. stap „zuschlagen, gewaltsam einfügen“.