tausend
tausen + -d | Num. ‘zehnmal hundert’, übertragen ‘sehr viel, ungezählt’.
¦∑¦ tausen + d ; ¦√¦ uig. *tewh₂- *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen, wachsen, stärken’
¦∅¦ ‘zehnmal hundert’, übertragen ‘sehr viel, ungezählt’; ‘vielhundert’;
Auszugehen ist von einem (ursprünglich, nach Ausweis des Got., zu den fem. jō-Stämmen gehörenden) Hptw., das sich über adjektivischen (attributiven) Gebrauch auch zum Zahlwort der Zahlenreihe entwickelt.
uig. *tuHsdḱmto-, aus uig *tuHs- (von *tewh₂-) und uig. *ḱm̥tóm (“hundert”), uig. *tuHsont-, *tuHsenti-, uger. *þūsundī, uwger. *þūsundi, Ahd. thūsunt, dūsunt (8. Jh.), mhd. tūsent, asächs. (mit dem Suffix der Zehnerreihe)thūsundig, mnd. dūsunt, dūsent, mnl. dūsent, nl. duizend, aengl. þūsend, engl. thousand, anord. þūsund, schwed. tusen, got. þūsundi ‘tausend’ führen auf ein Kompositum, dessen erstes Glied ger. *þūs- mit s-Formans sich zu der Wurzel uig. *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen’ (s. Daumen, deuten, düster) stellt und dessen zweites Glied dem ersten Bestandteil des unter hundert behandelten Zahlworts (vgl. anord. þūsundraþ neben þūsund) entspricht.
Dieselbe Bildungsweise zeigt die baltoslaw. Gruppe lit. túkstantis, lett. tūkstotis, aslaw. tysęšti, tysǫšti, russ. týsjača (тысяча) ‘tausend’. Als Grundbedeutung kann ‘vielhundert’ angenommen werden. ;