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tum

aus AufEinWort, der freien Forschung

tu + -m | die Würde und Stand, Gewohnheit oder allgemein einen Zustand bezeichnend; ‘Weisheit’ (eigentlich ‘weises Urteil’); daß eingewöhnte tun; Tun, dass sich auf Sein ausgedehnt hat (21 Jh. ndt.);

¦√¦ uig. *dʰa- “setzen, stellen, tun”; uie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’ +‎ *-mos, uig. *dʰóamos "hingestellt, gestellt"; uger.*dōmaz "Urteil"; uger.*-dōmaz “-tum”; vwewandt mit ger.  *dōną tun’.

Auszugehen ist von ahd. tuom ‘Urteil, Gericht’ (8. Jh.), mhd. tuom,  ‘Macht, Herrschaft, Würde, Stand, Lebensverhältnisse, Besitz, eigentümlicher Zustand, Urteil, Gericht’, mhd. -tuom, 

asächs. dōm ‘Urteil, Gericht, Verfügung, Belieben, Macht, Ruhm, Ehre’, mnd. dōm, mnl. doem ‘Urteil, rechtliche Entscheidung, Erkenntnis’,

aengl. dōm ‘Urteil, Gottesurteil, Gesetz, Rechtsprechung, Gerichtsbarkeit, Macht, Ruhm, Ehre’, engl. doom ‘Schicksal, Verhängnis, Jüngstes Gericht’,; anord. dōmr ‘Urteil, Gericht’, schwed. dom ‘Urteil’, got. dōms ‘Urteil, Ruhm’, das im Sinne von ‘das Setzen, das Gesetzte, Satzung’ wie grie. thōmós  ‘Haufen, Schober’ mit mo- Endung zu der unter tun angeführten Ww. uig. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’ gebildet ist.

Germ. *dōma- m. bildet im Westgerm. und Nordgerm. in Verbindung mit Hptw. und Egsw. Wortbildungen, die Würde und Stand, Gewohnheit oder allgemein einen Zustand bezeichnen, vgl. ahd. keisurtuom, asächs. kēsurdōm, aengl. cāserdōm sowie anord. jarldōmr, ahd. wīstuom, asächs. aengl. wīsdōm, anord. vīsdōmr ‘Weisheit’ (eigentlich ‘weises Urteil’).

In diesem produktiven Bildungstyp entwickelt sich der Wortteil unter semantischer Abschwächung zum Kompositionssuffix (vgl. nhd. Altertum, Besitztum, Luthertum).