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u

aus AufEinWort, der freien Forschung

Phö.

Ara.

Gri.

Etr.

Lat. 21 U, u

Rune 02. ᚢ ūruz ‚Ur, Auerochse‘ u

Dt. 21 U, u

  • Ursprung
    • Das U teilt sich einen Großteil seiner Geschichte mit dem V und dem W, daneben sind das Y und auch das F mit ihm verwandt.
      • Über Lautwert und Bedeutung des Buchstabens in der protosinaitischen Schrift ist nichts bekannt, das entsprechende Symbol stellt einen Haken oder eine Keule mit runder Spitze dar. Im phönizischen Alphabet verlor der Buchstabe seine Spitze und sah aus wie ein abgerundetes Y. Der Buchstabe erhielt den Namen Waw und wurde verwendet, um den Lautwert [w] darzustellen.
      • In das griechische Alphabet wurde der Buchstabe als Ypsilon aufgenommen. Im Frühgriechischen war der Lautwert des Ypsilon der dem [w] entsprechende Vokal [u].
      • Die Etrusker übernahmen das frühgriechische Ypsilon und dessen Lautwert. Mit der Zeit verschwand bei den Etruskern die untere Spitze, der Buchstabe bekam die Form V. Ebenso änderte sich die Bedeutung des Buchstabens: Das Etruskische enthielt auch den dem [u] entsprechenden Halbvokal [w] (im Grunde nichts anderes als ein unsilbisches [u]).
      • Die Römer übernahmen den Buchstaben ursprünglich mit beiden Lautwerten. Zunächst wurde der Buchstabe in der von den Etruskern übernommenen spitzen Form geschrieben. Zur Amtszeit des späteren Kaisers Claudius als Zensor ab dem Jahr 47/48 begann eine Unterscheidung zwischen U und V, wobei letzterem von ihm das Zeichen Ⅎ gegeben wurde. Die Reform konnte sich allerdings nicht durchsetzen. U und V waren allerdings austauschbar. Bis zum 18. Jahrhundert setzte es sich dann durch, die runde Variante des Buchstabens ausschließlich für den Lautwert [u] zu verwenden.
      • Im griechischen Alphabet existiert kein Buchstabe, der dem U-Laut entspricht. Stattdessen wird er durch die Abfolge eines Omikrons und eines Ypsilons wiedergegeben. Bei im Prinzip fehlerhaften Transkriptionen aus dem Griechischen in lateinischer Schrift sieht man daher oft statt eines einfachen „u“ ein „ou“, obwohl es sich nur um einen U-Laut handelt.
    • Uruz (ᚢ) ist die zweite Rune des älteren Futhark und des altnordischen Runenalphabets[1] mit dem Lautwert u. Der rekonstruierte urgermanische Name bedeutet „Auerochse“. Er erscheint in den Runengedichten als altnordisch und altenglisch ūr bzw. gotisch uraz.[2]
      • Deswegen gestaltet es sich als schwierig, einen protogermanischen Namen für die Rune aus dem älteren Futhark zu finden. Es könnte *ūruz („Auerochse“) gewesen sein (siehe Stier (Mythologie)), oder *ūrą („Wasser“). Beide Bedeutungen scheinen im Vergleich zu den anderen Runennamen möglich zu sein: „Wasser“ wäre vergleichbar mit Laguz, und „Auerochse“ zu Ehwaz. Das Gotische Alphabet scheint sich auf die Bedeutung „Auerochse“ zu stützen.
  • Verwendung
    • „um u hervorzubringen, wird die Zunge nach hinten gezogen und in ihrem hinteren Teile zum weichen Gaumen gehoben, während sich die Lippen vorschieben und zu einer kleinen kreisrunden Öffnung zusammenziehen, sodass im Vordermunde ein ziemlich großer Resonanzraum entsteht, der die dumpfe Klangfarbe dieses Vokales bedingt. Diese Lippenrundung wird auch schon früh als Hauptmerkmal dieses Vokals erkannt: Das u ist ein laut gemacht mit spitzen Lippen und zusammen gezogen Mund V. ICKELSAMER Avjb.“ – Nach dem Grimmschen Wörterbuch
    • The pointed form 'v' was written at the beginning of a word, while a rounded form 'u' was used in the middle or end, regardless of sound. So whereas 'through' and 'excuse' appeared as in modern printing, 'have' and 'upon' were printed 'haue' and 'vpon', respectively. The first recorded use of 'u' and 'v' as distinct letters is in a Gothic alphabet from 1386, where 'v' preceded 'u'. Printers eschewed capital 'U' into the 17th century and the distinction between the two letters was not fully accepted by the French Academy until 1762.[3]
    • (the descendant of Old English long u was respelled as ⟨ou⟩), most commonly represents /juː/ (as in 'mule'), reducing to /uː/ after ⟨r⟩ (as in 'rule'), ⟨j⟩ (as in 'June') and sometimes (or optionally) after ⟨l⟩ (as in 'lute'), and after additional consonants in American English (see do–dew merger). (After ⟨s⟩, /sjuː, zjuː/ have assimilated to /ʃuː, ʒuː/.) In a few words, short ⟨u⟩ represents other sounds, such as /ɪ/ in 'business' and /ɛ/ in ‚bury‘.
    • The letter ⟨u⟩ is used in the digraphs ⟨au⟩ /ɔː/, ⟨ou⟩ (various pronunciations, but usually /aʊ/), and with the value of "long u" in ⟨eu⟩, ⟨ue⟩, and in a few words ⟨ui⟩ (as in 'fruit'). It often has the sound /w/ before a vowel in the sequences ⟨qu⟩ (as in 'quick'), ⟨gu⟩ (as in 'anguish'), and ⟨su⟩ (as in 'suave'), though it is silent in final -que (as in 'unique') and in many words with ⟨gu⟩ (as in ‚guard‘).
    • In French orthography the letter represents the close front rounded vowel (/y/); /u/ is represented by ⟨ou⟩.

u, U [1]

[✐ | ✎]
[2] u,
  • der ein und zwanzigste Buchstab des Deutschen Alphabetes,
  • und der fünfte oder vielmehr siebente unter den Mitlautern,
    • wenn nämlich ä und ö, wie billig, als eigene Mitlauter mitgezählet werden.
  • Er wird aus der Kehle mit einer runden Öffnung des Mundes ausgesprochen,
    • und ist daher,
      • so fern er eine unmittelbare Nachahmung der tönenden Natur ist,
    • ein Ausdruck des tiefsten und dumpfigsten Lautes,
      • der noch in so vielen Wörtern unleugbar ist; z.B.
        • kurz, dumm, stumm, stumpf, Trumm u.s.f.
  • Seine Aussprache
    • hat in den reinen Mundarten keine Schwierigkeit,
      • indem das Deutsche und Nordische u,
        • dem heutigen Lateinischen u,
        • dem Französischen ou
        • und Griechischen ου völlig gleichlautend sind.
    • Allein in den gemeinen Mundarten
      • gehet es durch eine Menge von Schattierungen.
      • Besonders pflegt man ihm in einigen Oberdeutschen Gegenden
        • gern ein e nachschleichen zu lassen;
          • Brueder, Muetter, (dreysylbig,) guet, Huef, Tuech, (zweysylbig,) für Bruder, Mutter, gut, Huf, Tuch.
      • In andern dehnt man es wie uo;
        • Buoch, thuot, Muotter u.s.f.
        • welches besonders in Oberschwaben und am Oberrheine geschiehet.
    • Das u ist, wie alle andere einfache Selbstlaute,
      • bald gedehnt, bald geschärft;
        • gedehnt in Buch, Fluch, Huhn, thun u.s.f.
        • geschärft in Lust, Mund, Hund u.s.f.
    • Die Verdoppelung des u, wenn es gedehnt ist,
      • ist nicht eingeführet,
      • wohl aber wird demselben in manchen Fällen ein h angehänget.

Das u und folgende ü

  • gehen in der Veränderung der Wörter häufig in einander über.
    • Gut und Güter,
    • Bruder und Brüder,
    • Fuß, Füßchen und Füße,
    • Durst und dürsten,
    • Brunst und brünstig,
    • Wunsch und wünschen,
    • dumm, dümmer, dümmste,
    • klug, kluger, klügste,
    • ich schlug, daß ich schlüge.
  • Unsere Sprachlehrer drucken dieses so aus,
    • daß das u in der Veränderung der Wörter oft in ü verwandelt werde;
      • welches in Ansehung der Flexion richtig ist,
      • aber nicht in Ansehung der Abstammung.
    • Die Zeitwörter
      • sind in den meisten Fällen eher da gewesen,
      • als die davon abstammenden Hauptwörter.
      • Man hat
        • eher gedürstet, ehe man das Abstractum Durst gebildet,
        • eher gehüthet, als man davon die Huth gemacht u.s.f.
        • Hier läßt sich nicht sagen, daß u in ü verwandelt worden,
        • aber auch nicht, daß ü in u übergegangen.
        • Es sind in diesen Fällen,
          • so häufig sie auch sind,
          • vielmehr zwey Mundarten,
            • durch die unaufhörliche Vermischung der Nationen zusammen geflossen,
            • eine rauhere und tiefere,
            • und eine zärtlichere und sanftere.
          • Eben daher rührt es auch,
            • daß ie und u in Wörtern Eines Geschlechtes so oft in einander übergehen;
              • fließen, Fluß und flüssig;
              • siechen, Sucht und süchtig;
              • fliehen, Flucht und flüchtig;
              • triegen, Trug und trüglich.
          • Manche rauhe Oberdeutsche Mundarten lassen statt des Hochdeutschen ü noch jetzt ein tieferes u hören;
            • Rucken für Rücken, Kuche für Küche.

Im Schreiben oder vielmehr in der Currentschrift
  • setzt man über das u
    • einen gekrümmten Oberstrich
    • oder auch einen senkrecht stehenden Circumflex,
      • um es von dem n zu unterscheiden,
        • welchem es sonst in der Figur gleich ist.
    • Dieser Gebrauch
      • erstreckt sich bis über das dreyzehnte Jahrhundert hinaus
      • und wurde in den Handschriften,
      • auch in der sogenannten Mönchsschrift,
      • beobachtet, indem auch hier das n dem u sehr gleich sehe.
    • Allein das Zeichen,
      • dessen man sich zum Unterschiede des letztern bediente,
        • war nicht zu [3] allen Zeiten und bey allen Abschreibern gleich,
        • und es scheint, daß man dabey sehr willkührlich verfahren.
      • Sehr häufig setzte man über das u einen völlig runden Zirkel,
        • und daraus haben einige den Schluß machen wollen,
          • dieser Zirkel sey aus dem o entstanden,
          • welches manche gemeine Mundarten, wie schon gedacht,
            • dem u nachschleichen lassen,
            • welches man denn darüber geschrieben,
            • anstatt daß die Griechen und Franzosen das tiefe u durch ein vorgesetztes o ausdrucken;
              • ου und ou.
        • Allein, dieser Gebrauch war nicht allgemein.
      • In vielen Handschriften stehet gar kein Zeichen über dem u;
        • in andern unterschied man es durch ein Paar schräge stehende Puncte von dem n,
          • wie solches Schöttchen in einem Programm von einer alten Übersetzung der Sprüche Salomonis von ungefähr 1400 bemerkt.
        • Noch
          • häufiger schrieb man nach Art der alten Lateiner statt des u ein v,
          • und in den spätern Zeiten oft gar ein w,
          • welche beyde letzten Arten auch noch in den gedruckten Büchern des sechzehenten Jahrhunderts häufig vorkommen;
            • doch scheint es, daß man das v am häufigsten zu Anfange eines Wortes,
            • und das w in Doppellauten gebraucht;
              • vnd, Frawen, thewer.
              • Unser Ew. für Euer ist noch ein alter Überrest davon.
          • Vermuthlich sprachen die alten Lateiner ihr u eben so, wie wir aus.
          • Bey den Griechen lautete es wie bey den heutigen Franzosen, wie ü;
            • da sie nun doch das tiefere u in ihrer Sprache hatten,
              • aber kein eigenes Schriftzeichen dafür kannten,
                • so wählten sie ein zusammen gesetztes,
                • und druckten den tiefern Laut des u durch ein vorgesetztes tiefes o aus;
                  • ου und ou.
      • Wer nun um des zusammen gesetzten Zeichens willen
        • das u gleich für einen Doppellaut halten wollte,
          • würde eben so flach urtheilen,
            • als wer unser ä, ö, ü,
            • das Schwedische å u.s.f.
            • um dieser Zeichen willen in die Reihe der Doppellaute setzen wollte.
Das u und v
  • sind schon dadurch wesentlich von einander unterschieden,
    • daß eines ein Selbstlaut,
    • das andere aber ein Mitlaut ist.
  • Die älteste Römische Capital-Schrift
    • hatte für beyde nur ein einziges Zeichen,
      • vielleicht, weil sie in der Aussprache anfänglich nicht verschieden waren;
        • daher schrieben sie auch nachmahls,
          • da beyde Laute bey ihnen hinlänglich unterschieden wurden,
          • beyde in ihrer großen Schrift mit einem V.
    • In den spätern Zeiten
      • führten sie in der kleinern Schrift das u ein,
        • welches denn auch von den Deutschen mit in ihr Alphabet aufgenommen wurde.
    • Nichts desto weniger ist in den neuern Zeiten
      • von einigen Halblateinern,
        • aus einer sclavischen Nachahmung,
        • die übele Gewohnheit wieder aufgebracht worden,
      • in der alphabetischen Stellung der Wörter, die mit u und v anfangenden unter einander zu werfen,
        • und Vater, Übel, Üben, Ver, Ufer, Uhr, Un, Vor u.s.f.
        • als Wörter Eines Buchstabens auf einander folgen zu lassen.
      • Man sollte kaum glauben daß ein so thörichter und widersinniger Einfall Beyfall finden können,
        • und doch findet man ihn fast in allen Wörterbüchern und Registern angewandt.
        • Ich habe es für Pflicht gehalten, der Natur und Vernunft,
          • die beyde Buchstaben wesentlich getrennet haben, getreu zu bleiben, und sie in diesem Wörterbuche gleichfalls von einander abzusondern.
  1. ↑ Quelle: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 729-730. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20000478849; Lizenz: Gemeinfrei; Faksimiles: 729 | 730; Kategorien: Lexikalischer Artikel
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